Wissenschaftlich Schreiben

Literature Review schreiben | Aktueller Forschungsstand: taufrisch recherchiert

Bist du gerade dabei, fleißig Literatur für deine wissenschaftliche Arbeit zu sammeln? Doch du bist dir unsicher, wie genau du dein Literature Review schreiben sollst?

Hier bekommst du die Lösung.

Denn in diesem Blog-Artikel erfährst du alles über die Funktion, Methodik und das genaue Vorgehen beim Literature Review schreiben. Mit den Inhalten aus diesem Artikel kannst du den aktuellen Forschungsstand zu deinem Thema so überzeugend präsentieren, dass deine Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit mit einem felsenfesten Fundament versehen wird.

Wozu überhaupt ein Literature Review schreiben?

Ein Literature Review umfasst den aktuellen Forschungsstand zu einem ganz bestimmten Themengebiet, in welchem du dich mit deiner wissenschaftlichen Arbeit bewegst. Oft werden beim Literature Review schreiben auch die Begriffe Aktueller Forschungsstand oder Status Quo der Forschung synonym verwendet.

Ein Literature Review ist die Grundlage deiner wissenschaftlichen Arbeit. 

Es stellt einen Überblick zum aktuellen (Wissens-)Stand der Forschung bereit. Das umfasst sowohl grundlegende Arbeiten von Autoren und Wissenschaftlern, die ein Themengebiet oder einen Begriff geprägt haben. Außerdem erst kürzlich veröffentlichte, relevante Arbeiten zu diesem Thema.

Im Gesamtkontext deiner wissenschaftlichen Arbeit, sei es eine Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit, bietet dein Literature Review entweder einen Ausgangspunkt für die Einordnung deiner Ergebnisse oder ist selbst die zentrale Methode deiner Arbeit. In jedem Fall ist ein Literature Review unverzichtbar für eine wissenschaftliche Arbeit.

Je größer die Recherche-Leistung deines Literature Reviews ausfällt, desto größer wird der Mehrwert deiner wissenschaftlichen Arbeit ausfallen und deine Note dementsprechend in die Höhe katapultieren.

In diesem Blog-Artikel möchte ich dir deshalb 3 Schritte mit auf den Weg geben, wie du garantiert ein ein fulminantes Literature Review schreiben wirst.

Methode: Literature Review schreiben

In den meisten Hausarbeiten wirst du keine großartigen Untersuchungen wie etwa Experten-Interviews, Umfragen, Experimente, Prototypen oder sonstige Dinge entwickeln, wie es in Abschlussarbeiten oft der Fall ist. Dann wird das Literature Review zu deiner vorrangigen Methode.

Hier sei gesagt, dass sich – je nach Disziplin – die Methode auch in Abschlussarbeiten auf dein Literature Review beschränken kann. In diesem Fall empfiehlt sich ein systematisches Literature Review, welches eine anerkannte Forschungsmethode darstellt. Es wird in vielen Disziplinen dafür verwendet, den aktuellen Forschungsstand aufzuarbeiten und offene Fragestellungen, Probleme oder den Konsens zu einem bestimmten Thema zu identifizieren.

Im Folgenden möchte ich jedoch eine Anleitung für ein „normales“ Literature Review bereitstellen. Dieses folgt in deiner Hausarbeit oder Abschlussarbeit als Grundlagen-Kapitel auf die Einleitung. Wie sich dein Literature Review in die Gesamtstruktur deiner Arbeit eingliedern lässt, erfährst du in meinem Artikel „So erstellst du eine Gliederung aus Stahl“.

3 elementare Schritte zum Literature Review schreiben

Den Weg, um dein Literature Review zum felsenfesten Fundament deiner wissenschaftlichen Arbeit zu machen, habe ich in 3 Schritte aufgeteilt. Diese Schritte widmen sich der Vorarbeit, der Strukturierung und schließlich der Technik beim Schreiben eines Literature Reviews.

Mit dem Wissen aus den 3 Schritten kannst du direkt loslegen und deine Literaturquellen in einen stahlharten Block aus Text verwandeln. Somit wird deine Arbeit alle Voraussetzungen für eine herausragende Note erfüllen.

Lückenlose Recherche (Schritt #1)

Wie gut ein Literature Review am Ende ausfällt, hängt zu einem großen Prozentsatz von deiner Vorarbeit ab. In diesem Fall also der Literatur-Recherche. Je mehr Autoren, Quellen und Textbausteine du zur Verfügung hast, desto einfacher wird es dir fallen, mehrere Seiten zu einem klar abgesteckten Thema zu schreiben.

Mache dabei keinen Halt vor englischen Quellen.

Echte Wissenschaft ist immer englisch (Außer für Germanisten oder Juristen). Stelle also sicher, dass du alle verfügbaren Ressourcen bei deiner Recherche ausschöpfst, damit dir keine wichtigen Quellen durch die Lappen gehen.

Beginne mit einer Online-Recherche

Anstatt zuerst in die Bibliothek zu gehen, jage deine Keywords und wichtigsten Begriffe durch den Online-Katalog deiner Uni-Bib, sowie alle relevanten Datenbanken deines Fachgebiets, wie beispielsweise ScienceDirect oder SpringerLink. Einen kleinen Geheimtrick für einen Kickstart deiner Recherche findest du auch hier: Wikipedia Zitieren: Der Geheimtipp für die Recherche deiner Hausarbeit.

Beschränke dich dabei nicht auf eine oder zwei Datenbanken, sondern lege dir eine komplette Liste an, die du für all deine zukünftigen wissenschaftlichen Arbeiten verwenden kannst. Wenn du unsicher bist, wo du solche Datenbanken findest, dann frage deine BetreuerIn nach ein paar Empfehlungen, welche Datenbanken am besten für dein Studienfach geeignet sind.

Verliere nicht den Fokus

So hilfreich es auch ist, möglichst viel Literatur zu deinem Thema zu horten, solltest du dabei nicht den Überblick verlieren. Lege dir eine aufgeräumte Ordner-Struktur auf deinem PC oder deinem Cloudspeicher an, in denen du deine Literatur nach Themen sortieren kannst.

Eine Alternative dazu bietet ein Literatur-Verwaltungsprogramm wie zum Beispiel Mendeley. Hier kannst du dir ebenfalls verschiedene Ordner anlegen und das Programm mit Word verknüpfen. Hast du in deinem Studium noch mehr als eine wissenschaftliche Arbeit vor dir? Dann empfehle ich dir dringend, ein solches Programm zu nutzen. Mehr Infos dazu findest du auch in der shribe! Werkzeugkiste.

Lies deine Quellen gezielt

Denk daran, du musst die ganzen Quellen auch lesen. Mache dabei jedoch nicht den Fehler und lies alle Quellen von Anfang bis Ende. Natürlich solltest du einige wichtige Forschungsartikel komplett lesen, um dein Thema vollständig zu durchdringen. Doch 30-40 Artikel oder Bücher komplett zu lesen ist leider nicht ganz wirtschaftlich.

Hier zeigt sich ein großer Vorteil von elektronischen Quellen. In deinen PDFs kannst du ganz einfach die Suchfunktion (STRG+F) verwenden und nur die entsprechenden Abschnitte zu den für dich wichtigsten Begriffen lesen. Stößt du hier auf andere wichtige Autoren, besorge dir auch diese Quellen.

Sammle relevante Inhalte

Die wichtigsten Textstellen sammelst du in einem Dokument. Du kannst auch mehrere anlegen, damit es nicht unübersichtlich wird. Hier wieder für jeden wichtigen Begriff ein Dokument (wie bei den Literatur-Ordnern). Dabei ist es wichtig, die entsprechenden Autoren und Seitenzahl zu vermerken. Die Autoren brauchst du immer, die Seitenzahlen nur, wenn du direkt zitieren willst. Wie du richtig zitierst, erfährst du auch hier: Richtig zitieren: 4 Wege um Literatur legitim in deine wissenschaftliche Arbeit einzuflechten.

Hast du nun alle Quellen durchgelesen und hast prall gefüllte Dokumente mit Textstellen vor dir, kannst du an die Textproduktion gehen.

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Gehe von „allgemein“ nach „spezifisch“ (Schritt #2)

Für die Struktur beim Literature Review schreiben sorgt ein ganz einfaches Prinzip: Baue es wie einen Trichter auf. Dabei gehst du von Allgemeiner Forschung zu deinem Themengebiet bzw. den Begriffen bis hin zu ganz spezifischen Arbeiten, die verwandt mit deiner ganz speziellen Forschungsfrage sind. Den gesamten Trichter kannst du zudem durch Unterkapitel mit Überschriften zu den speziellen Begriffen unterteilen.

Wichtige Begriffe an den Anfang

Zuerst klärst du zu Beginn die wichtigsten Begriffe anhand der Literatur und gibst dazu passende Definitionen. In vielen Artikeln und Büchern wirst du Definitionen zu deinen Begriffen finden. Wähle eine Definition aus, die deiner Meinung nach am geeignetsten ist und zitiere die entsprechende Original-Quelle. Erläutere außerdem, wo diese Begriffe oder das Forschungsgebiet ihren Ursprung haben und welche Autoren Grundlagenwerke geschaffen haben.

Aktuelle Forschung in die Mitte

Nun kannst du ein wenig aktueller werden und Arbeiten und Autoren auflisten, die sich mit deinem Thema beschäftigt haben und welche ihre wichtigsten Erkenntnisse waren. Diese stehen meist im Abstract und dem Fazit der entsprechenden Forschungsartikel (Falls du etwas Zeit sparen möchtest). Baue die Reihenfolge dabei so auf, dass die vorgestellten Inhalte der logischen Struktur deiner Hausarbeit folgen und zu deiner Forschungsfrage oder deinem theoretischen Hintergrund führen.

Aktuelle und super-relevante Autoren ans Ende

Die letzten Quellen deines Literature Reviews sollten sich mit einer beinahe identischen Forschungsfrage wie deiner eigenen beschäftigen. Und dabei nicht älter als 5-7 Jahre alt sein. Falls du zusätzlich einen bestimmten Aspekt der Forschung in einem weiteren Kapitel (Theoretischer Hintergrund/Theoretischer Rahmen) vertiefen möchtest, sollte der letzte Absatz deines Literature Review inhaltlich dorthin leiten.

Wähle einen ausgewogenen Mix an Quellen (Schritt #3)

Sowohl für die Recherche als auch die letztendliche Auswahl deiner Literatur solltest du eine ausbalancierte Mischung aus älteren Grundlagenwerken und brandaktuellen Publikationen wählen (Es sei denn, du schreibst eine geschichtliche Hausarbeit).

Das gleiche gilt für deinen Zitierstil. Streue hier und da ein paar direkte Zitate ein. Am besten immer dann, wenn es schwierig erscheint, die Textstelle in eigenen Worten wiederzugeben. Mal ein langes, mal ein kurzes Zitat. Der Großteil deine Literature Reviews sollte jedoch als indirekt zitierter Text aufgebaut sein, in dem sich fast jeder Satz mit einer oder mehreren Quellen belegen lässt. Ungefähr so wie hier:

Literature Review schreiben

Hinter wichtigen Erkenntnissen kannst du ruhig auch mal 2-5 Autoren nennen, das zeigt, dass du viel gelesen hast und unterstreicht, dass eine Mehrzahl von Autoren der gleichen Ansicht ist.


Das waren die 3 Schritte für ein bombenfest formuliertes Literature Review. Falls du speziellere Fragen hast, schreibe sie mir unter info@shribe.de oder in die Kommentare auf dem Blog oder YouTube-Kanal.

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Zusammenfassung zum Literature Review schreiben

  • Das Schreiben eines Literature Reviews bildet die Grundlage einer guten wissenschaftlichen Arbeit
  • Es kann als eigenständige Methode dienen (z.B. als Systematic Literature Review)
  • In der Regel wird das Literature Review durch eine weitere Methode begleitet (z.B. Umfragen, Interviews, Prototypen, etc., vor allem in Abschlussarbeiten)
  • Unternimm eine lückenlose Recherche (Schritt #1)
  • Gehe von „allgemein“ nach „spezifisch“ (Schritt #2)
  • Balanciere deine Quellen und Stil-Auswahl aus (Schritt #3)

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