Wissenschaftlich Schreiben

Paraphrasieren in wissenschaftlichen Arbeiten |❝ 3 Beispiele für korrektes Zitieren ❝

Bist du auf der Suche nach einer Anleitung zum richtigen Paraphrasieren in wissenschaftlichen Arbeiten?

Volltreffer!

Du bist an der goldrichtigsten aller Stellen in den Weiten des Internets gelandet, denn hier bekommst du genau das: Eine Anleitung zum Paraphrasieren.

Anhand von 3 simplen Beispielen erkläre ich dir, wie du die wichtigsten Textstellen aus den Quellen deiner Literaturrecherche in eigenen Worten gekonnt wiedergeben kannst.

So vermeidest du, dass deiner wissenschaftlichen Arbeit ein Plagiat unterstellt wird. Und wenn du es besonders elegant machst, wartet auf dich sogar eine herausragende Note.

Paraphrasieren – Was ist das überhaupt?

Juristen kennen das: In jeder Hausarbeit werden immer wieder auf’s Neue dutzende Paragraphen rasiert.

Genug gelacht.

Der Begriff des Paraphrasierens stammt in Wirklichkeit aus der Sprachwissenschaft und bedeutet nichts weiter als das Umschreiben eines Textes. Dabei wird der Inhalt eines Schriftstücks sinngemäß übernommen, jedoch durch eine eigene Wortwahl und Grammatik wiedergegeben.

Die Technik des Paraphrasierens kommt nicht nur in der Wissenschaft zum Tragen. Journalisten sind wahre Meister im Paraphrasieren, denn sie müssen Informationen, die sie hören und lesen in ihre eigenen Worte fassen und deren Quintessenz effizient herausstellen.

So entsteht (hoffentlich) ein Mehrwert für den Adressaten des Textes. Auch bei meinen Videos und Blogartikeln paraphrasiere ich dauerhaft: Ich durchforste meinen eigenen Wissens- und Erfahrungsschatz und recherchiere in diversen Quellen, um für dich die wichtigsten Informationen zu einem Thema auf den Punkt zu bringen.

Die Vorteile des Paraphrasierens liegen auf der Hand:

  • Der Leser/Zuschauer erfährt eine Zeitersparnis
  • Die Informationen werden kontext-gerecht aufbereitet
  • Überflüssige Informationen werden herausgefiltert

Und genauso solltest du es auch in deiner wissenschaftlichen Arbeit machen.

Warum sich es sich lohnt, paraphrasieren zu meistern

Deine wissenschaftliche Arbeit ist zu einem sehr großen Teil nichts anderes als paraphrasierter Text. Immer dann, wenn du Ideen aus externen Quellen zu Rate ziehst gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Direktes Zitieren
  2. Indirektes Zitieren (Paraphrasieren)

Während du direkte Zitate nur vereinzelt in deine wissenschaftliche Arbeit einstreuen solltest, ist das indirekte Zitieren deutlich öfter gefragt. Wenn du beispielsweise einen Überblick zum Stand der Forschung in deinem Literaturkapitel geben möchtest, dann ist korrektes Paraphrasieren das A und O.

Sammle Pluspunkte, indem du die Inhalte aus der Literatur auf eine ansprechende und strukturierte Art und Weise wiedergibst. Eine herausragende wissenschaftliche Arbeit muss bestehende Erkenntnisse und Fakten in einen logischen und nach Möglichkeit neuen Zusammenhang bringen, der einen Mehrwert schafft.

Tadelloses paraphrasieren in wissenschaftlichen Arbeiten kann dir dabei helfen, folgende Dinge zu erreichen:

  • Du beweist, dass du dich tief in die Materie eingelesen hast
  • Das sprachliche Niveau deiner Arbeit steigt auf ein akademisch angemessenes Level
  • Deine Argumente manifestieren sich in einer Logik-Kette
  • Dein roter Faden spannt sich fest um die Story deiner Arbeit

Jetzt habe ich dich genug auf die Folter gespannt. Vorhang auf für Philip und seine Live-Paraphrasier-Show!

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3 Beispiele zum Paraphrasieren in wissenschaftlichen Arbeiten

Für die 3 Beispiele schnappen wir uns das Mini-Abstract eines bekannten Forschungsartikels. Anhand dessen wollen wir den Begriff des Confirmation bias mit eigenen Worten definieren:

paraphrasieren in wissenschaftlichen Arbeiten

1. Ohne Autoren-Nennung im Text (Je nach Zitierstil anpassbar)

Deutsch:

Der Begriff des Confirmation bias entstammt der Literatur der experimentellen Psychologie und beschreibt ein Phänomen, dass Individuen dazu tendieren, neu erlangte Informationen auf Basis eigener, bereits existierender Glaubenssätze und Erwartungen interpretieren. Auch die Beschaffung und Auswahl der Informationsquellen folgt diesem Prinzip (Nickerson, 1998). 

Englisch:

The confirmation bias denotes a phenomenon that was first mentioned in experimental psychology literature. It implies that individuals tend to evaluate novel pieces of information based on predefined beliefs and expectations. This includes the acquisition and selection of information sources (Nickerson, 1998).

2. Mit Autoren-Nennung im Text (Je nach Zitierstil anpassbar)

Deutsch:

Nickerson (1998) führte in der Literatur der experimentellen Psychologie den Begriff des Confirmation bias ein. Dieser beschreibt ein Phänomen, dass Individuen dazu tendieren, neu erlangte Informationen auf Basis eigener, bereits existierender Glaubenssätze und Erwartungen interpretieren. Auch die Beschaffung und Auswahl der Informationsquellen folgt diesem Prinzip. 

Englisch:

According to Nickerson (1998), the confirmation bias is a notion describing the individual evaluation of novel pieces of information that is based on predefined beliefs and expectations. This includes the acquisition and selection of information sources. 

3. Wie man es NICHT macht

Deutsch:

Confirmation bias, wie der Begriff typischerweise in der psychologischen Literatur genannt wird, beschreibt das Suchen oder Interpretieren von Beweismitteln, welches einseitig auf bestehenden Glaubenssätzen, Erwartungen oder einer vorliegenden Hypothese beruht (Nickerson, 1998).

Englisch:

The confirmation bias denotes a phenomenon that describes the seeking or interpreting of evidence in ways that are partial to existing beliefs (Nickerson, 1988).


Sobald du Passagen wörtlich übernimmst, wird die Sache kritisch. Bei einer wörtlichen Übersetzung hast du noch etwas mehr Spielraum, jedoch solltest du auch hier versuchen, eigene Begriffe und eine eigene Satzstruktur zu finden.

Wie du Paraphrasieren systematisch lernen kannst

Mit dem Paraphrasieren in wissenschaftlichen Arbeiten verhält es sich genau wie mit allen andern Fähigkeiten:

Übung macht den Meister.

Toller Ratschlag, ich weiß! Zum Glück habe ich noch mehr auf Lager.

Die Grundlage für deine Textarbeit bildet ein Dokument (oder mehrere), in dem du deine Textstellen exzerpiert hast. Dieses Dokument ist thematisch geordnet, beispielsweise nach den Hauptbegriffen, die in deiner Arbeit verwendet werden.

Aus diesem Dokument bedienst du dich wie aus einer Schachtel Pralinen und pickst dir die leckersten Textstellen, die du einzeln paraphrasierst. Kopiere sie in das Dokument deiner wissenschaftlichen Arbeit und übe dich an der Umformulierung. Bist du mit einer Textstelle fertig, suchst du dir die nächste aus deinem Sammeldokument, die dir argumentativ passend erscheint. 

Das sind die Schritte:

  1. Literaturrecherche
  2. Literaturdurchsicht, Abstracts lesen
  3. Textstellen in Sammeldokument kopieren (exzerpieren)
  4. Thematisch ordnen
  5. Textstellen selektiv aus dem Sammeldokument in dein Hauptdokument kopieren
  6. Paraphrasieren

Vermischst du diese Schritte, wird es schnell unübersichtlich. Es gibt nichts Nervigeres, als zurück in die Recherche gehen zu müssen, weil du bemerkst, dass du nicht genügend Textstellen zu einem Begriff gesammelt hast.

Jetzt heißt es üben, üben, üben.

Feedback is King

Lass dir nach jeder wissenschaftlichen Arbeit Feedback geben. Frage deine Betreuerin, wie sie deine Paraphrasier-Eigenschaften beurteilt. Hier kannst du dir eine Menge von Berufswissenschaftlern abschauen. Die machen das den ganzen Tag… (Ich weiß wovon ich rede…)

Hat deine Betreuerin keine Zeit – dann bin ja immer noch ich da. Schreib mir eine Mail oder poste deine Frage(n) in die Kommentare. Aber das weißt du ja.


 

 

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