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Doktorarbeit schreiben (Kumulative Dissertation vs. Monographie)

Doktorarbeit schreiben

Du möchtest eine Doktorarbeit schreiben? So eine Entscheidung will wohl überlegt sein, denn bis zu damit fertig bist, vergehen gut und gerne 3 bis 5 Jahre. Da wäre es doch von Vorteil, sich im Vorfeld anzuschauen, wie so eine Doktorarbeit abläuft.

Kein Problem.

In diesem Artikel lernst du, welche verschiedenen Wege es gibt, an einen Doktortitel zu kommen und was du bei der jeweiligen Variante leisten musst.

Doktorarbeit schreiben: 3 unterschiedliche Wege zum Doktortitel

In einem anderen Beitrag ging es um die Frage, ob eine Doktorarbeit für dich persönlich überhaupt Sinn macht. Wenn du immer noch hin und her überlegst, dann schaue im Anschluss unbedingt dieses Video. Dort bekommst du von mir ein persönliches Quiz, dass dir bei der Entscheidungsfindung hilft.

In diesem Video soll es aber um den eigentlichen Ablauf einer Promotion gehen. Die Promotion bezeichnet den gesamten Prozess von der Qualifizierungsphase bis zur Promotionsprüfung.

Die Prüfung besteht eigentlich immer aus einem schriftlichen Teil, der Dissertation und einer mündlichen Prüfung, der Disputation.

Was du tun musst, um zur Prüfung zugelassen zu werden, kann sich jedoch stark unterscheiden. Hier gibt es verschiedene Wege, die ans Ziel führen.

Weg 1: Wissenschaftliche Mitarbeit

In den meisten Fällen wird eine Promotion zum Laufen gebracht, in dem du dich auf eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle bewirbst. Diese ist von dem Lehrstuhl, den deine zukünftige Doktormutter betreut, ausgeschrieben.

Die Stelle ist von den Haushaltsmitteln des Lehrstuhls oder über ein Drittmittelprojekt finanziert, in dem du dann mitarbeiten musst. Du wirst nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt und bekommst ein Büro in der Uni. Die Anzahl der Arbeitsstunden und dein Gehalt richten sich danach, ob deine Stelle eine 25%, 50%, 75% oder 100% Stelle ist.

(In der Realität arbeitest du immer Vollzeit.)

Manche Disziplinen bekommen sehr viele Fördermittel bzw. müssen akademische Stellen attraktiv vergüten, wie z.B. in der Informatik. In anderen Fächern ist es dagegen völlig normal, nur 50%-Stellen zu vergeben.

Was du in der Qualifizierungsphase leisten musst, legt dein Betreuer bzw. deine Betreuerin fest. Bei mir waren das z.B. der Besuch von 2 Doktorandenkolloquien auf internationalen Konferenzen, die Mitarbeit an Drittmittelanträgen oder das Durchführen von Lehrveranstaltungen.

Im Schnitt dauert dieser Prozess 4 Jahre. Mal geht es schneller, mal dauert das Doktorarbeit schreiben länger. Das hängt davon ab, wie gut du deine Lehrverpflichtungen, Projekte und deine Forschung unter einen Hut bekommst und wie groß die Erwartungshaltung deines Chefs ist.

Meistens sollte die Einteilung deiner Zeit aber in Richtung 1/3 Lehre, 1/3 Projekte und 1/3 Forschung gehen.

Doktorarbeit schreiben

Weg 2: Graduiertenkollegs und Stipendien

Neben dem Weg der wissenschaftlichen Mitarbeit, gibt es auch eigens geförderte Programme wie Graduierten-Kollegs zu einem bestimmten gesellschaftliche relevanten Thema oder Stipendien.

Bekommst du einen Platz in einem solchen Programm, ist die Finanzierung deiner Forschung geklärt. Meistens musst du dann keine Lehrveranstaltungen durchführen oder in Projekten mitarbeiten. Du kannst dich voll auf deine Forschung konzentrieren.

Zusätzlich gibt es dann aber mehr Veranstaltungen, die du gemeinsam mit den anderen Mitgliedern deiner Kohorte besuchst, z.B. Methoden-Kurse. Diese sind dann verpflichtend und Teil deiner Qualifizierungsphase.

Bei diesem Weg kann es sein, dass du 90% oder 100% deiner Zeit mit dem Schreiben deiner Doktorarbeit verbringst. Das ist natürlich toll, allerdings schadet ein wenig Lehrerfahrung überhaupt nicht. Im Gegenteil: Möchtest du später in der Wissenschaft bleiben, musst du diese bei Berufungsverfahren vorweisen.

Meistens endet die Promotion auf diesem Weg etwas schneller, also in 3-4 Jahren. Das liegt daran, dass mehr Zeit für Forschung vorhanden ist, aber auch weil die Kohorten feste Zielvereinbarungen zum Doktorarbeit schreiben haben, wann die Promotion abgeschlossen sein soll und wann die nächsten Kohorten starten.

Weg 3: Externe Promotion

Dieser Weg eignet sich wohl am besten, wenn du scharf auf einen Doktortitel bist, aber keinerlei Interesse an einer wissenschaftlichen Karriere hast.

Du schließt lediglich eine Betreuungsvereinbarung mit einem Professor und führst deine Forschung eigenständig durch. Du kannst mit den Lehrstuhlmitarbeitern kollaborieren und auf Ressourcen des Lehrstuhls zurückgreifen, aber deinen Lebensunterhalt musst du selbst verdienen.

Hier habe ich schon Modelle erlebt, bei denen Firmen den extern Promovierenden extra Zeit für ihre Forschung eingeräumt haben und die Promotion, wie geschmiert, in 3 Jahren abgeschlossen war. In anderen Fällen quälen sich externe Doktoranden 6 Jahre oder noch länger, da sie neben dem Beruf keine Zeit finden.

Dieser Weg ist also nur zu empfehlen, wenn du einen konkreten Plan hast, wie du Beruf und Promotion miteinander in Einklang bringen kannst. Besonders gut kann es laufen, wenn dein Beruf dir einen unfairen Vorteil für deine Forschung bringt. Das kann z.B. durch Zugang zu Unternehmensdaten der Fall sein, den nur du bekommst.

Weg 4: Promotion im Ausland

Die ersten 3 Wege sind typisch für den deutschsprachigen Raum. Aber natürlich kannst du auch im Ausland promovieren. Wusstest du, dass man keinen Master-Abschluss braucht, um in Australien zu promovieren?

Jetzt schauen wir uns aber mal an, wie das eigentliche Schreiben der Dissertation aussieht.

Doktorarbeit schreiben (Dissertation)

Die Dissertation ist das Produkt deiner Forschung. In Deutschland gibt es zwei Varianten: Die Monographie und die kumulative Dissertation.

Doktorarbeit schreiben

Monographie schreiben

Eine Monographie ist ein Buch. Es hat ziemlich viele Seiten und kann indirekt auf einzelnen Studien aufbauen, die du durchgeführt hast. Meistens aber ist sie ein eigenständiges Werk, das sich in der Tiefe mit einer sehr konkreten Fragestellung beschäftigt.

Die Monographie hat den Vorteil, dass du etwas freier darin bist, wie das Buch aufgebaut ist und wie lang es ist. Du besprichst deinen Fortschritt zwar mit deiner Betreuerin oder deinem Betreuer, aber im Grunde bist du nicht von externen Gutachter:innen (Reviewer) oder Ko-Autor:innen abhängig.

Ein großer Nachteil der Monographie ist es, dass du weniger in der Zwischenzeit publizierst. Deine Forschung erblickt erst nach 4 oder 5 Jahren das Licht der Welt. Das ist auch der Grund, warum Monographien immer öfter von kumulativen Dissertationen abgelöst werden. In den Geisteswissenschaften ist die Monographie noch immer gefragt, aber in Fächern, in denen Paper gefragt sind, stirbt sie langsam aus.

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Kumulative Dissertation schreiben

Diese modernere Art der Dissertation besteht aus einem Überbau und mehreren Studien (Paper). Den Überbau (oder auch Synopsis) schreibst du erst ganz am Ende. Dieser umfasst in der Regel 50-100 Seiten. Davor fokussierst du dich darauf, deine Studien in Form von Journal-Artikeln und Konferenz-Paper zu veröffentlichen.

Je größer deine Publikationsliste während deine Promotion wird, desto leichter wird es dir fallen, thematisch zusammenhängende und hochrangig publizierte Paper, für deine Dissertation, auszuwählen. Die Qualität der Publikationen (also wie viel Prestige haben die Journals oder Konferenzen deiner Veröffentlichungen) ist dann ein großer Faktor für die Prüfenden, was deine Note angeht.

Der Vorteil der kumulativen Dissertation ist es, dass du dir ein Portfolio an Veröffentlichungen aufbaust, das unabhängig von deiner Dissertation besteht. Das ist besonders hilfreich, um sich im Anschluss auf Post-Doc Stellen oder Professuren zu bewerben.

Der Nachteil ist, dass du manchmal lange zittern musst, ob und wann deine Paper veröffentlicht werden. In der Wissenschaft spricht man auch von der „Publish or Perish“ Kultur (also „Veröffentliche oder gehe unter“). Das kann einen großen mentalen Druck auslösen, wenn es nicht so gut läuft.

Das Szenario, dass du keine Dissertation abgeben kannst, weil dir die Paper fehlen, ist aber eher unrealistisch. Entweder es dauert dann eben ein bisschen länger oder du hast eben mehr Konferenz-Artikel oder weniger hoch angesehene Journal-Artikel, die in der Regel einen kürzeren Zeitraum von der Einreichung bis zur Veröffentlichung in Anspruch nehmen.

Die Inhalte der Paper werden dann vom Überbau zu einer übergeordneten Story zusammengeführt. Manchmal sind es nur 3 Studien, die dafür sehr umfangreich sind und hochrangig publiziert sein müssen. Manchmal sind es aber auch 10 oder mehr Studien, die Teil einer Dissertation sind. Zusammen mit dem Überbau bilden sie die fertige, kumulative Dissertation.

Einreichung nach dem Doktorarbeit schreiben

Für die Einreichung der Dissertation gibt es meistens keine Deadline. Es kann natürlich passieren, dass dein Vertrag als wissenschaftlicher Mitarbeiter ausläuft, wenn du nach Ansicht deiner Betreuer:in zu langsam bist. Dann wechselst du zur externen Promotion und ziehst zurück zu deinen Eltern.

Hast du es vollbracht und den Copy-Shop-Besitzer neben deiner Uni ein Stück reicher gemacht, dann folgt die Begutachtung des schriftlichen Teils. Die teilt sich dein:e Betreuer:in mit einer/ einem zusätzlichen externen Gutachter:in. Du bekommst dann ein Gutachten mit deiner Note und einen Termin für die mündliche Verteidigung. Aber das ist ein Thema für ein anderes Video…

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