Wissenschaftlich Schreiben

Richtig zitieren | 4 Wege, Literatur legitim in deine Hausarbeit einzuflechten

Du bist dir unsicher, wie du Literatur in deiner wissenschaftlichen Arbeit richtig zitieren sollst?

Dann bist du hier an der goldrichtigsten aller Stellen, denn in diesem Artikel bekommst du alle Antworten. 

In diesem Artikel gebe ich dir einen Überblick, welche 4 Arten des Zitierens du in deiner Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit verwenden kannst.

Mühelos richtig zitieren

Richtig zitieren ist nicht schwierig, falls du das denkst. Die Regeln und Konventionen, die bestimmte Zitierweisen mit sich bringen sind einfach nur ein simples Handwerk, das mit Fleiß verbunden ist.

Du brauchst keine Angst davor zu haben, in deiner Hausarbeit Fehler beim Zitieren zu machen, denn wenn du dich an den Leitfaden des geforderten Zitierstils hältst, dann kannst du gar nichts falsch machen.

Außerdem gibt es jede Menge nützliche Tools, die das Zitieren für dich nahezu komplett übernehmen. Mehr darüber erfährst du hier: 5 Gründe, warum du unbedingt eine Zitiersoftware verwenden solltest.

Wenn du nun vor deiner Hausarbeit sitzt und deine herausgeschriebenen Textbausteine in die Arbeit einbauen willst, dann solltest du folgende Fragen unbedingt beantworten:

Welcher Zitierstil ist in meiner Hausarbeit überhaupt erlaubt?

Diese Frage kannst du dir manchmal selbst beantworten, indem du auf der Homepage des entsprechenden Lehrstuhls nach den Bestimmungen für wissenschaftliche Arbeiten suchst. Dort findest du nicht nur die gewünschte Zitierweise, sondern auch formale Anforderungen an Hausarbeiten.

Falls du hier nicht fündig wirst, dann solltest du unbedingt mit deinem Betreuer klären, auf welche Zitierweise ihr euch für deine Haus- oder Abschlussarbeit einigen könnt. Diese Frage darf in der ersten Sprechstunde auf keinen Fall fehlen.

Suchst du dir einen Zitierstil aus, den deine Betreuerin oder dein Dozent nicht mag – oder kennt – dann kann dies zu bösen Überraschungen bei der Bewertung führen.

Welche sind die prominentesten Zitierstile?

In verschiedenen Forschungsdisziplinen sind bestimmte Zitierstile gängig und angesehen. Es wäre mühselig zu argumentieren, welcher der beste sei. Jede Disziplin hat eigene Anforderungen. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass du den Zitierstil wählst, der in deiner Disziplin am meisten gewünscht ist.

In den Geisteswissenschaften wird oft nach Chicago zitiert, also mit Fußnoten. Die Sozialwissenschaften favorisieren eher APA. BWLer kochen ihr eigenes Süppchen und mögen die Harvard-Zitierweise. Darüber hinaus gibt es noch Unmengen weiterer Zitierstile.

Der größte offensichtliche Unterschied besteht jedoch darin, Nachweise entweder direkt im Text (APA, Harvard) oder per Fußnote unter dem Text (Chicago) zu platzieren.

Wo bekomme ich einen Leitfaden zum Zitieren her?

Hat dein Lehrstuhl einen gut organisierten Online-Auftritt, dann wirst du dort einen Leitfaden für entsprechende Zitierstile finden. Wenn nicht, dann habe ich dir hier die wichtigsten Leitfäden verlinkt:

APA (American Psychology Association): https://apastyle.apa.org (kostenpflichtig, bekommst du aber in deiner Bibliothek)

Chicago: Chicago Manual of Style Quick Guide 

Harvard: Harvard Guide auf CiteThisForMe

Lade dir den entsprechenden Leitfaden am besten herunter und drucke ihn aus.

Der Leitfaden ist von nun an deine Bibel. 

Identifiziere deine Art der Quelle (Buch, Zeitschriftenartikel, Sammelband, etc.) und suche den entsprechenden Eintrag im Leitfaden. So gehst du vor, bis du alle Quellen ordnungsgemäß angegeben hast. Hast du nach einer Weil zehnmal einen Zeitschriften-Artikel zitiert, kannst du die Angaben irgendwann auswendig und musst nicht mehr nachschauen.

Die beste Lösung ist noch immer ein Literatur-Verwaltungsprogramm wie Citavi, Mendeley oder EndNote. Ich kann es nicht oft genug betonen.

Wie kann ich meine Zitate in den Text einbauen?

Jetzt kommen wir zu den verschiedenen Arten, wie du Zitate in einen Text einbauen kannst. Wenn du bereits eine Hausarbeit verfasst hast, sollten dir zumindest zwei davon bekannt vorkommen. Sollte eine der Arten neu für dich sein – super! So kannst du mehr Abwechslung in deine Hausarbeit bringen.

Das Geheimnis für richtiges Zitieren liegt in einem ausgewogenen Mix der verschiedenen Arten. Verwendest du die immer gleiche Technik, Quellen in deinen Text einzubauen, kannst du wenig Überraschungsmoment erzeugen.

Streust du jedoch hier und da ein Zitat ein, das beispielsweise über mehr als 3 Zeilen geht, dann gibt dies deinem Text nicht nur einen optischen Kick, sondern erlaubt dir zudem, wichtige Erkenntnisse aus deiner Literaturrecherche zu betonen.

So, was sind denn nun die 3 Arten, um richtig zu zitieren?

Direktes Zitieren #1

Diese Art des Referenzierens ist die wohl populärste Möglichkeit ein Zitat anzubringen. Du übernimmst wörtlich eine Passage aus deiner Quelle und baust sie flüssig in den Text ein. Wenn dir kein passender Übergang einfällt, dann kannst du mit einem Doppelpunkt arbeiten:

The latter can be defined as the “perception of an unpredictable event that threatens important expectancies of stakeholders and can seriously impact an organization’s performance and generate negative outcomes” (Coombs, 2007, p. 2).

(Achtung! Die Beispiele sind nach APA-Richtlinien zitiert. Bei anderen Zitierweisen unterscheiden sich die Quellenangaben)

Falls deine direkten Zitate 3 komplette Zeilen deines Fließtextes überschreiten, dann solltest du sie einrücken. Dies schafft nicht nur erhöhte Übersichtlichkeit, sondern fungiert sogar als hübsches Design-Element für deinen Text, denn es schafft Abwechslung.

richtig zitieren

Übertreibe es jedoch nicht damit, denn zu viele dieser langen Zitate lassen deinen Dozenten an deiner Fähigkeit zweifeln, komplexe Textstellen in eigene Worte zu fassen.

Am meisten Sinn macht diese Variante, wenn es einfach keine bessere Formulierung gibt, als den Originaltext; beispielsweise bei Definitionen. Außerdem sollte die Textstelle besonders beachtenswert sein, denn schließlich hebst du sie (gezwungenermaßen) optisch hervor.

Indirektes Zitieren #2

Diese Variante ist die wohl am häufigsten genutzte Methode, um fremde Inhalte in die eigene Hausarbeit einzuflechten. Direkte Zitate sind zwar schön und gut, allerdings unterbrechen sie den Lesefluss.

Wissenschaftliche Arbeiten beziehen sich (im besten Fall) auf so viele externe Quellen, dass es unmöglich wäre, sie alle direkt zu zitieren. Außerdem kannst du auf diese Weise mehr als eine Quelle für einen von dir verfassten Satz oder Absatz angeben.

Dies verdeutlicht umso stärker, dass du dich mit der Literatur auseinandergesetzt hast. Außerdem kann es hilfreich sein, mehrere Quellen als „Beweis“ hinter ein Statement zu setzen, wenn du betonen willst, dass die Mehrheit der Autoren sich bei diesem Sachverhalt einig sind und ein gewisser Konsens besteht (Was gut für die Argumentation deiner Arbeit ist, da andere Autoren deine Aussagen unterstützen).

Ein indirektes Zitat wird immer in deinen eigenen Worten wiedergegeben. 

Das Ganze nennt man auch paraphrasieren. Also ein fancy Wort für umschreiben. Es ist extrem wichtig, dass du keine Inhalte wörtlich übernimmst, sonst kann dir die Plagiat-Polizei ans Bein pinkeln.

Aber keine Panik, solange du immer fleißig die Quellen nennst und deine eigenen Worte verwendest, brauchst du dir keine Sorgen um Plagiatsvorwürfe machen. Manche Dozenten sind froh, wenn überhaupt Quellen genannt werden. Und diverse Internet-Dienste schüren Panik, um dir ihre magische Plagiats-Software zu verkaufen. So ein Käse.

So könnte ein indirektes Zitat aussehen:

richtig zitieren

Bei einer Zitierweise mit Fußnoten setzt du einfach statt der Klammern mit den Autoren mehrere Fußnoten hintereinander an das Satzende. Genau das gleiche Prinzip.

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Verweise anbringen #3

In der deutschen Wissenschaft sind Verweise oft genutzte Stilmittel, um auf weiterführende Literatur it ähnlichen Ideen zu verweisen. Im englischsprachigen Raum (oder z.B. bei APA) wird einfach ein indirektes Zitat verwendet.

So ein Verweis macht Sinn, wenn man auf ähnliche oder gegenteilige Ergebnisse anderer Literatur aufmerksam machen will. In die Literaturangabe packt man einfach ein „vgl.“, kurz für „vergleiche“. Dazu kommt noch die Seitenzahl.

So kannst du die ganze Sache richtig zitieren:

Diese Verweise sind in hohem Maße merkwürdig (vgl. Schmidt, 2017: 4).

So, nun kommen wir schon zur letzten Möglichkeit, wie du Zitate in deine wissenschaftliche Arbeit einbauen kannst.

Das Zitat im Zitat #4

Jetzt herrscht hier die totale Inception. Es kann durchaus passieren, dass du ein Zitat zitieren möchtest, das in einer anderen Quelle zitiert wird. Anstatt also das Zitat zu „klauen“, gibst du an, aus welcher Quelle du es entnommen hast.

Natürlich kannst du auch die Originalquelle recherchieren und die Textstelle ganz regulär zitieren. Allerdings kann es schon mal vorkommen, dass du keinen Zugriff darauf hast oder die Quelle unauffindbar ist.

Es ist auch gar nicht schlimm, wenn du das Zitat aus einer anderen Quelle übernimmst. Im Gegenteil: Es führt eher dazu, dass du mehr Abwechslung in deinen Text bekommst. Allerdings solltest du es auch hier nicht übertreiben und dieses Vorgehen nicht zu oft wiederholen.

Denn besonders wichtig ist hier, dass du das Zitat nicht verunstaltest. Um es richtig zitieren zu können, vertausche keine Wörter oder reiße das Original-Zitat aus dem Kontext. Wenn es dir möglich ist, dann begib dich auf die Suche nach der Original-Quelle. Warum auch nicht? Darin wirst du sicherlich einige weitere nützliche Textstellen finden.

Wie werden Quellen im Literaturverzeichnis angegeben?

Ich mache es kurz. Dazu brauchst du den entsprechenden Leitfaden für deine Zitierweise. Denn im Literatur-Verzeichnis werden Zeitschriftenartikel, Bücher oder Internetquellen alle unterschiedlich behandelt. Um die Angaben im Literaturverzeichnis richtig zitieren zu können, schnappst du dir am besten deinen Leitfaden oder verwendest dein Literatur-Verwaltungs-Programm (Das macht’s automatisch…) und ab geht die wilde Fahrt.

Es gibt doch nichts schöneres als nach stundenlangem Schreiben um 23:30 dein Literatur-Verzeichnis nach fehlenden Punkten oder Seitenzahlen zu durchstöbern.

Glaub mir, ich war da, hab’s gemacht. Werd‘ ich nicht wieder tun. 

Das waren also die 4 verschiedenen Arten, wie du Zitate in deine wissenschaftliche Arbeit einbauen kannst. Ich hoffe du konntest etwas Neues daraus mitnehmen und deine Arbeit damit bereichern.

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Zusammenfassung

Die 4 Arten, um Textstellen richtig zitieren zu können:

  • Direkte Zitate: In Anführungszeichen den direkten Wortlaut wiedergeben
  • Indirekte Zitate: Gedanken anderer Autoren paraphrasieren
  • Verweise: Auf zustimmende oder kontroverse Literatur verweisen
  • Zitatquellen zitieren: Wenn Original-Quelle unauffindbar

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