Besser Lernen

Prüfungsvorbereitung? Diese LERNMETHODE ist alles was du brauchst.

Bist du mitten in der Prüfungsvorbereitung und du musst deine Lerninhalte so gut es nur geht auswendig lernen? Dann ist dieser Artikel für dich wie gemacht – ich zeige dir die einzig wahre Lernmethode, mit der den Stoff in deinem Gedächtnis einbrennst und am Tag der Prüfung alles problemlos abrufen kannst.

Die Lernmethode basiert auf den zwei Prinzipien, die sich nach Jahrzehnten der Lernforschung als essenziell für erfolgreiche Prüfungsleistungen herausgestellt haben. Damit zwingst du dein Gehirn praktisch dazu, deine Lerninhalte verlässlich abzuspeichern. Wenn du die Empfehlungen aus diesem Video in die Tat umsetzt, brauchst in Zukunft nicht mehr zweifeln, ob du in der Prüfung gut abschneiden wirst.

Im Gegenteil: Du weißt schon vorher, dass du alles kannst.

Bleibe dabei unbedingt bis zum Ende des Videos dran, denn da erkläre ich dir, wie du mit algorithmischer Personalisierung deinen Lernerfolg um 16,5% im Vergleich zu herkömmlichen Lernmethoden und um 10% im Vergleich zur Spaced Repetition Methode steigern kannst.

Die Erkenntnisse aus 100 Jahren Lernforschung (Kurzform)

Seit vielen Jahrzehnten wird Forschung betrieben, die den individuellen Lernerfolg als abhängige Variable betrachtet und wie unser Gehirn sich an Dinge erinnert. Daraus müssten sich doch theoretisch Empfehlungen für deine Prüfungsvorbereitung ableiten lassen, die in einer optimalen Lernstrategie münden. Oder?

Na klar.

Das „Two-Stage-Memory-System“

Das in der Literatur am meisten verbreitete Gedächtnis-Modell ist das „Two-Stage-Memory-System“. Das kennst du auch unter den Begriffen „Kurzzeitgedächtnis“ und „Langzeitgedächtnis“.

Der Grund warum wir Dinge so schnell wieder vergessen sind sogenannte „catastrophic interferences“, das sind neue Informationen, die alte Informationen überschreiben.

Nur durch wiederholten und aktiven Abruf lassen sich die Informationen ins zweite System, also das was wir unter Langzeitgedächtnis kennen, verschieben (Rasch & Björn, 2013).

Die Vergessenskurve

Der deutsche Forscher Herrmann Ebbinghaus sorgte mit einer Reihe von Selbstversuchen für einen Meilenstein in der Psychologie. Er war der erste, der die sogenannte Vergessenskurve beschrieb.

Prüfungsvorbereitung
Quelle: wikicommons.org

Die Kurve beschreibt, dass wir schon nach kürzester Zeit, das meiste vergessen haben. Wenn wir aber regelmäßige Wiederholungen einbauen, flacht die Kurve ab. Das hat zur Folge, dass die Abstände in denen die Inhalte gelernt werden, mit der Zeit größer werden können.

Ein Beispiel: Wenn du ein wichtiges Skript für die Uni lernst, macht es Sinn, direkt am Tag danach eine Wiederholung einzubauen. Die nächste dann erst wieder nach 2 Tagen. Danach nach 4 Tagen und so weiter.

Was Ebbinghaus damals noch nicht wusste: Wie steil die Kurve ist, hängt von der Art der Inhalte ab. Gesetze oder Prinzipien behalten wir länger als z.B. Zahlen und Daten oder wie Ebbinghaus in seinem Experiment, unzusammenhängende Wortsilben.

Je abstrakter und numerischer dein Lernstoff, umso mehr Wiederholungen brauchst du am Anfang.

Aufbauend auf Ebbinghaus kristallisierten sich nun die Konzepte „Active Recall“ und „Spaced Repetition“ also das Non-Plus-Ultra der Lernmethoden heraus.

Prüfungsvorbereitung

Active Recall für die Prüfungsvorbereitung (Prinzip #1)

Das Gegenteil des Active Recall ist sozusagen der „Passive Intake“, also das passive aufnehmen von Informationen. Das wäre der Fall, wenn du ein Skript oder ein Lehrbuch leise liest und Markierungen machst.

Das ist für den Anfang ziemlich schmerzfrei und entspannt, aber um die Inhalte wirklich effektiv zu lernen, solltest du deine Zeit nicht zu sehr damit verschwenden. Denn in deinem Gedächtnis bleibt so kaum etwas hängen.

Die bewiesenermaßen effektivere Methode ist das aktive Abrufen des Lernstoffs. Das funktioniert so:

Du stellst dir eine Frage, so wie sie in deine Prüfung vorkommen könnte und beantwortest sie am besten laut und frei aus dem Gedächtnis.

Perfekt für diese Technik eignen sich Karteikarten. Auf die Vorderseite schreibst du die Frage und auf die Rückseite die Musterlösung. Wenn du also mit einem Skript oder Buch arbeitest, dann sollte deine einzige Mission sein, die zu lernenden Inhalte so schnell es geht in das Frage und Antwort Format auf die Karteikarten zu übertragen.

Wenn du eine Frage nicht komplett beantworten kannst, dann schaust du dir die Musterlösung erneut an.

Um für die Wiederholungen unter Berücksichtigung der Vergessenskurve einen funktionierenden Lernplan zu schaffen, schauen wir uns nun das Prinzip der Spaced Repetition an.

Spaced Repetition während der Prüfungsvorbereitung (Prinzip #2)

Im Grunde habe ich das Prinzip eben schon erklärt. Es geht darum, dass du immer dann eine Wiederholung einbaust, kurz bevor du die Inhalte vergessen hast.

Und da wir ja gelernt haben, dass die Kurve über die Zeit abflacht, können die Abstände der Wiederholungen größer werden.

Das ist natürlich entgegengesetzt zu dem, wie wir oft lernen. Wir schauen uns die Inhalte einmal an, bekommen dann ein paar Tage vor der Prüfung Panik und wiederholen alles so oft es geht innerhalb kürzester Zeit.

Eigentlich müsste es aber genau umgekehrt laufen: Du lernst zu beginn deiner Lernphase in kürzeren Abständen und musst vor der Prüfung nur noch eine einzige Wiederholung einbauen.

Besonders wenn du mehrere Prüfungen in kurzer Zeit hast, solltest du deine Wiederholungen so einplanen, dass du die Abstände zwischen ihnen über die verschiedenen Prüfungen hinweg synchronisierst. So holst du das meiste aus dem Spaced Repetition Prinzip heraus.

Hier findest du auch ein ausführliches Tutorial, wie ein solcher Lernplan mit Spaced Repetition aussehen kann.

Prüfungsvorbereitung

Algorithmische Personalisierung bei der Prüfungsvorbereitung

Wenn du in deiner Prüfungsvorbereitung Active Recall und Spaced Repetition in Kombination einsetzt, dann ist das schon die halbe Miete.

Die Forschung zu diesem Thema hat dieser Kombination aber noch eine weitere Methode hinzugefügt, die den Lernerfolg noch einmal massiv steigert.

Das sagt die Wissenschaft

In ihrer Studie testeten Lindsey et al. (2014) drei Lernmethoden.

Die erste Methode war das was wir aus Schule und Uni nur zu gut kennen. Jede Woche wurde ein Themen-Kapitel behandelt, das im Anschluss mit einem Quiz abgefragt wurde.

Die zweite Methode basierte auf dem Spaced Repetition Prinzip. Alle Teilnehmenden bekamen in ihrer Lern-App die Inhalte der Themen mit zunehmendem Abstand zwischen den Wiederholungen präsentiert. Die Abstände waren für alle gleich.

Für die dritte Methode bekamen die Teilnehmenden eine Lernapp, welche die Abstände personalisiert anpasst. Wenn eine Frage nicht korrekt beantwortet wurde, kam die nächste Wiederholung schneller als die der Fragen, die korrekt beantwortet wurden.

Der Algorithmus der App passte während der Prüfungsvorbereitung also die Abstände und Anzahl der Wiederholungen für jeden individuell an.

Die Ergebnisse waren eindeutig.

Prüfungsvorbereitung
Quelle: Lindsey et al. (2014)

Methode 3, also die personalisierte Spaced Repetition schlug die anderen beiden signifikant. Auch einen Monat nach der Prüfung wurden die Inhalte in dieser Gruppe noch am besten wiedergegeben.

Software für algorithmische Personalisierung

Der einfachste Weg, um die algorithmische Personalisierung für deine Prüfungsvorbereitung einzusetzen ist per Software. Es gibt diverse Karteikarten-Apps. Wenn du dir eine holst – achte darauf, dass die App die Abstände der Wiederholung basierend auf deinen Antworten anpasst. Das passiert in der Regel durch einen Feedback-Mechanismus. Du kannst selbst angeben, wie gut du die Frage auf einer Karteikarte beantworten konntest. Wenn deine Antwort als schlecht bewertest, legt dir die App die Karte schneller wieder vor als andere.

So zwingst du dein Gehirn zur optimalen Gedächtnisleistung. Apps, welche diese Funktion umsetzen sind Anki, Brainscape, Quizlet, Cram oder IDoRecall.

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