Wissenschaftlich Schreiben

APA Style zitieren – Das große APA-Tutorial

APA style zitieren regeln

Willst du deine wissenschaftliche Arbeit mit Zitationen nach APA Richtlinien ausstatten, aber kannst dir einfach keinen Reim aus den vielen Besonderheiten dieses Zitierstils machen?

Du bist nicht allein.

APA ist einer der schwierigeren Zitierstile und in seiner eingebauten Penibilität wohl kaum von einem anderen zu übertreffen. Für APA spricht, dass die Genauigkeit der Angaben vergleichsweise hoch ist und so ein Standard geschaffen wird, der die gute wissenschaftliche Praxis ehrt und Formalitäten eindeutige Regeln gibt.

Damit du deine wissenschaftliche Arbeit unfallfrei in die APA-Konformität überführst, habe ich dir in diesem Tutorial die wichtigsten Grundregeln des APA Styles, einige Beispiele und ein Software-Tool mitgebracht. So wirst du die APA-Richtlinen innerhalb kürzester Zeit verinnerlich und weißt wo du nachschauen kannst, wenn du dir mal nicht sicher bist.

Grundregeln des APA Styles

Die APA-Zitierregeln sind eine Institution in der internationalen Forschungslandschaft. Auch wenn sie von der American Psychological Association herausgegeben werden, beschränkt sich die Verwendung keineswegs auf die Disziplin der Psychologie. APA ist dafür bekannt, einer umfangreichsten aber auch hochwertigsten Zitierstile zu sein.

Die offiziellen Guidelines werden in regelmäßigen Abständen von der APA aktualisiert und in einem Manual veröffentlicht. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme ist die aktuellste Version die 7th Edition, die im Oktober 2019 herausgegeben wurde.

Mit jeder neuen Version ändern sich zwar nicht die Grundregeln, kleinere Anpassungen wie die Formatierungen von Tabellen oder Schriftarten können jedoch gut und gerne völlig anders aussehen. Hier tritt noch eine weitere Besonderheit von APA zutage, denn anders als die meisten Zitierstile, stellt dieser Style auch Vorgaben für Abbildungen, Schrift oder Tabellen auf.

Grundregel 1

Verwendest du in deiner wissenschaftlichen Arbeit einen fremden Gedanken per indirektem oder direktem Zitat, erfolgt laut APA der Verweis auf die Quelle sofort im Text.

Beispiel:

In einem Umfeld mit hohem Medienangebot besteht die Befürchtung, dass Einzelpersonen Medien und Inhalte priorisieren, die ihre bestehenden Überzeugungen stärken und zu einer Segregation aufgrund von Interessen und/oder Parteinahme führen (Dubois & Blank, 2018). 

Dabei muss der Verweis immer eindeutig hinter dem gedanklichen Abschnitt stehen, auf den er sich bezieht. Eine Zitationsart, die nicht direkt im Text zitiert ist beispielsweise die Deutsche Zitierweise, die mit Fußnoten arbeitet.

Grundregel 2

Zu APA gehört es auch, dass am Ende der Arbeit ein Literaturverzeichnis angefügt wird. Darin enthalten müssen alle Quellen sein, die im Text referenziert wurden.

Das Literaturverzeichnis wird bei APA alphabetisch sortiert, beginnend mit dem Nachnamen des Erstautors/der Erstautorin einer Quelle. Wenn zwei Quellen der selben Autorin genannt werden, sortiert sich das ganze nach dem Nachnamen des Zweitautors oder dem Titel der Arbeit.

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Beispiele für Verweise im Text

Ein/e AutorIn

Eine Quellenangabe direkt im Text macht die Beurteilung einer wissenschaftlichen Arbeit deutlich einfacher. Die Arbeit auf deren Basis, du dein Argument aufbaust, ist auf den ersten Blick sichtbar. Gegner dieser Vorgehensweise kritisieren, dass so der Textfluss gestört würde.

In APA werden, ähnlich wie bei Harvard der Nachname des Autors/der Autorin und das Veröffentlichungsjahr der entsprechenden Publikation angegeben. Dazwischen wird ein Komma gesetzt.

Menschen tendieren dazu, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen (Klayman, 1995). 

Darüber hinaus kannst du, wie bei anderen Zitierstilen auch, deine Quellenangabe in die Syntax deines Textes mit einbauen.

Klayman (1995) unterschied in seiner Arbeit erstmals zwischen unterschiedlichen Arten von Bestätigungsfehlern.

Oder:

In seinem wegweisenden Buch aus dem Jahr 1995 verweist Klayman auf die Wichtigkeit hin, die Bedeutungen des Wortes „bias“ zu differenzieren.

 

APA Style zitieren psychologie

Zwei AutorInnen

In der Wissenschaft kommt es nicht selten vor, dass Artikel oder Bücher im Team geschrieben werden. Dann müssen natürlich auch alle beteiligten AutorInnen genannt werden. Dafür nimmst du dir einfach ein &-Zeichen zur Hilfe:

Eine Kritik der Rational Choice Theory konzentriert sich auf den Mangel an Realismus in der Annahme, dass wir die zu erwartenden Folgen unserer Optionen berechnen und die beste von ihnen wählen (Hechter & Kanazawa, 1997).

Integrierst du die Quelle in den Satzbau, muss das „&“ ausgeschrieben werden.

Hechter und Kanazawa (1997) betonen, dass die Rational Choice Theory sich, anders als die Decision Theory, auf multiplen Ebenen bewegt.

Ebenfalls kannst du mehrere Quellen in einem Verweis angeben. Diese werden dann durch Semikolon getrennt.

Die Rational Choice Theory weist handelnden Akteuren ein rationales Verhalten zu, wobei diese Subjekte basierend auf individuellen Präferenzen ein nutzenmaximierendes Verhalten an den Tag legen (Hechter & Kanazawa, 1997; Hill, 2002). 

3 oder mehr AutorInnen

In diesem ebenfalls nicht seltenen Fall schreibst du in die Quellenangabe die Erstautorin, gefolgt von einem „et al.“, was so viel bedeutet wie „und weitere“.

Wenn Einzelpersonen sich sozial näher kommen, steigt sowohl das Vertrauen als auch die Vertrauenswürdigkeit (Glaeser et al., 2000). 

Publikationen mit 3 oder mehr Autoren werden ab der ersten Angabe gekürzt. Anstatt alle Nachnamen zu schreiben, nennst du lediglich den Nachnamen des ersten Autors und fügst ‚et al.‘ hinzu.

Auch in den Satzbau kann diese Abkürzung eingebaut werden:

Glaeser et al. (2000) konnten in ihrer berühmten Experimentalstudie feststellen, dass Vertrauen und Vertrauenswürdigkeit von Einzelpersonen mit zunehmender sozialer Annäherung steigen.

Aber Vorsicht: Solltest du deine Ergebnisse mündlich präsentieren, ist es tabu, die Abkürzung „et al.“ zu verwenden. Hier kannst du stattdessen immer von „Glaeser und Andere“ oder „Glaeser und KollegInnen“ sprechen.

Direkte Zitate

Wenn du einen Textauszug aus einer anderen Quelle wortwörtlich wiedergibst und in Anführungszeichen setzt, zitierst du. Beim Verwenden von Zitaten musst du die Seitenzahl im Quellenverweis hinzufügen.

  • Ziel der generativen Transformationsgrammatik ist es „durch ein System von expliziten Regeln das implizite Wissen von Sprache abzubilden“ (Stolze, 2005, S. 42).

Bei längeren direkten Zitaten (40+ Wörter), muss das Zitat eingerückt werden.

Literaturverzeichnis

So, das war ja alles noch easy. Besonders Trick wird es bei APA erst im Literaturverzeichnis. Hier muss wirklich jeder Punkt und jedes Komma sitzen. Das nervt, aber wenn du es einmal verinnerlicht hast, ist es kein Problem mehr.

Nachdem wir nun kurz die Basics anschauen, zeige ich dir, wie du dir 95% der Arbeit durch Software ersparen kannst und ein Tool, mit dem du die APA-Regeln in Sekundenschnelle begreifst.


Die Formatierung der Quellenangabe im Literaturverzeichnis ist immer abhängig von der Art der Quelle (z. B. Journal, Konferenz-Paper, Buch usw.).

Was immer gleich bleibt, ist die Reihenfolge

Autor (Jahr). Titel.

Fachzeitschriften (Journals)

Die wichtigste Quellen-Art zuerst: Journals.

Grundgerüst:

Autor. (Jahr). Artikel. Zeitschrift, Band(Heft), Seite(n), ggf. DOI oder URL

Beispiel:

Venkatesh, V., Brown, S., & Bala, H. (2013). Bridging the Qualitative–Quantitative Divide: Guidelines for Conducting Mixed Methods Research in Information Systems. Management Information Systems Quarterly, 37(1), 21/54. https://doi.org/10.25300/MISQ/2013/37.1.02

Bücher

Da Bücher besonders für Theorie-Kapitel noch nützlich sein können, hier die Regeln dafür.

Grundgerüst:

Autor (Jahr). Buchtitel (Auflage). Verlag.

Beispiel:

Heidegger, M. (2013). The Question Concerning Technology, and Other Essays (Auflage: Reissue). New York: Harper Collins. 

Hier wird beispielsweise der Titel des Buches kursiv gesetzt. Bei Fachzeitschriften war das ja nur der Name des Journals, nicht aber der Titel des Artikels.

Solche kleinen Eigenheiten und auch die Punkt- und Kommasetzung kann man sich nicht erschließen. Das musst du durch viel Üben und Nachschlagen lernen.

APA Style zitieren Tutorial

APA-Generator

Damit dir das Üben und das Nachschlagen der kleinen Details von APA etwas leichter fällt, möchte ich dir ein Software-Tool zeigen. Und zwar handelt es sich dabei um den APA-Generator von Scribbr.

Diesen kannst du kostenlos und ohne Anmeldung in deinem Browser aufrufen: APA Generator

Mit einem solchen Generator erstellst du in nur wenigen Klicks die komplette Quellenangabe für dein Literaturverzeichnis. Das beste daran ist meiner Meinung nach aber, dass es sich nicht um eine Black Box handelt, sondern du verstehst, warum welche Angabe an eine bestimmte Stelle rückt, wenn du die Daten zu deiner Quelle eingegeben hast.


Meine Empfehlung an dich wäre, den Generator für deine ersten 10 Quellenangaben zu bemühen, damit du genau verstehst, wie die Angaben im Literaturverzeichnis zustande kommen. So kannst du jederzeit manuell eingreifen und verstehst, wie APA funktioniert.

Versuche dabei jede wichtige Quellenart einmal durch den Generator zu jagen:

  • Journal-Artikel
  • Konferenzartikel (Sammelband)
  • Buch
  • Internetquelle

Die Sisyphusarbeit, die dir spätestens bei Quelle 11 den Nerv rauben wird, kannst du dann an eine Literaturmanagement-Software outsource, die du mit Word verknüpfen kannst.

Hierzu empfehle ich dir Mendeley, Citavi oder Zotero.


Wenn du jetzt auf dem Weg zu mehr Erfolg im Studium noch ein wenig Starthilfe für deine wissenschaftliche Arbeit benötigst, dann habe noch ein PDF für dich, das du dir gratis herunterladen kannst:

Die 30 besten Formulierungen für eine aufsehenerregende Einleitung


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