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Bildungssprache lernen | 5 wirksame Tipps für kultivierte Texte

Bildungssprache lernen

Möchtest du die Qualität deiner Texte auf die nächste Stufe wuchten und ein wenig Bildungssprache lernen?

Dann hast du soeben eine Goldgrube entdeckt.

Denn in diesem Blog-Artikel möchte ich dir 5 wirksame Tipps mit auf den Weg geben, wie du Bildungssprache lernen kannst. Dafür musst du nicht mal mehr lesen, als du es ohnehin schon tust.

Mit Hilfe der neu-gewonnenen Skills in der Anwendung der Bildungssprache kannst du deine eigenen Texte auf ein völlig neues Level heben. So baust du dir nicht nur einen reichen Wortschatz auf, sondern erhöhst gleichzeitig die Chance auf bessere Noten!

Fachliteratur filtern #1

Für die Uni liest du jede Menge Literatur von richtigen Experten. Professoren, Doktoren und sonstige Akademiker werden (unter anderem) für’s Schreiben bezahlt. Sie können auf eine lange Karriere zurückblicken, in der sie fachspezifische Forschungsartikel, Konferenz-Beiträge und Bücher geschrieben haben.

Das (fach-)sprachliche Niveau ist hier zwangsläufig am Maximum.

Möchtest du dir also einen Wortschatz aufbauen, der dich dazu befähigt, Fachsprache auf einem hohen Niveau zu produzieren, dann suche hier nach Inspiration. In jeder Forschungsdisziplin existieren bestimmte Begriffe, deren Bedeutung sich erst mit einem Blick in ein Lexikon erschließt.

Mache es zu deinem Ziel, so viele Wissenschafts-Vokabeln wie möglich zu lernen. Nur so kannst du in deinen wissenschaftlichen Arbeiten fachsprachlich glänzen.

Kurze Zwischenfrage!
Warte mal eben, warte mal. Sich künstlich und geschwollen auszudrücken, obwohl man das im Alltag gar nicht tut – ist das nicht total uncool und umauthentisch?

Nein.

Ein Professor sagt zu seinem besten Kumpel beim abendlichen Bier auch mal „Scheisse“.

Möchtest du in einem professionellen Umfeld erfolgreich sein, dann musst du nach den Spielregeln spielen. In der Uni gehört eine Prise Bildungssprache einfach dazu – genauso wie in einem Kundengespräch in der IT-Beratung Anglizismen gepusht werden bis das Oxford-Dictionary glüht.

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Journalismus verschlingen #2

Neben der Fachliteratur kannst du auch mit handelsüblichem Journalismus Bildungssprache lernen. Denn Journalisten geht noch mehr einer ab, wenn sie mit Worten jonglieren, als wären es brennende Kegel.

Tatsächlich sind Journalisten die wirklichen Wortakrobaten.

Noch mehr als Wissenschaftler, denn sie werden ausschließlich für’s Schreiben bezahlt. In den großen noch verbliebenen Zeitungen werden zu allen Themen investigative und sprachlich anspruchsvolle Artikel veröffentlicht.

Wenn du also ohnehin ab und zu die Nachrichten checkst, dann lies statt den Headlines im News-Feed mal einen Artikel, der es in sich hat. So bildest du dich in einem Themengebiet deiner Wahl weiter und hältst gleichzeitig Ausschau nach sprachlichen Leckerbissen.

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Belletristik recyceln #3

Liest du zur Abwechslung gerne mal ein Buch? Da hast du den meisten schon etwas voraus. Selbst wenn es sich dabei um seifige Hausmänner-Romane aus der Kindle-99-Cent Promotion handelt – gar kein Problem.

Selbst mit fiktionaler Literatur wirst du Bildungssprache lernen können. Nehmen wir als Beispiel die Roman-Autoren Frank Schätzing oder Sebastian Fitzek. Obwohl deren Bücher absoluter Unterhaltungs-Mainstream ist, sind sie sprachlich extrem wertvoll. Sonst wären sie auch nicht so erfolgreich.

Obwohl… Twighlight war ja auch erfolgreich.

Persönlich speichere ich mir schöne Ausdrücke und wichtige Zitate mit der Markieren-Funktion in meinem Kindle ab. Ich war früher auch der Meinung, das echte Bücher super gut riechen und ich ein Buch gerne spüren möchte – Aber ein Kindle (Ich habe den Kindle Paperwhite*) ist echt tausend mal praktischer. Trust me.


Halten wir mal fest: Um deinen Wortschatz auf ein vermeintlich intellektuelles Level zu bringen,

  1. lies so viel wie möglich. Egal ob es sich um wissenschaftliche Literatur, Spiegel Online oder „Schuld und Sühne“ handelt.
  2. überspringe niemals ein Wort, das du nicht kennst. Schaue es nach und schreibe es in dein persönliches Wortschatz-Dokument
  3. ziehe deine Wort-Sammlung zu Rate, wenn du selbst Text produzieren musst. Oder willst. Soll ja auch vorkommen.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, was ich mit deinem „persönlichen Wortschatz-Dokument“ meine, dann lies meinen Artikel zum Thema „Schreibstil verbessern“.

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Synonyme suchen und Bildungssprache lernen #4

Während des Schreibens solltest du eine Webseite zu jeder Zeit in deinem Browser geöffnet haben: Woxikon. Du kannst natürlich auch eine andere Datenbank für Synonyme verwenden oder einfach googeln: „keyword + synonym“.

Wie du deinen Text in nur wenigen Augenblicken verwandeln kannst, möchte ich dir nun in einem Beispiel zeigen.

Gehen wir davon aus, du hast folgenden Textschnipsel produziert:

„Ziel der vorliegenden Arbeit sollte es sein, die unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen unter Berücksichtigung der Theorie der Schweigespirale zu untersuchen. Vor dem Hintergrund der bestehenden Forschung entwickelte sich die Fragestellung der Studie:“

Jetzt kommen Wortschatz-Dokument und Synonym-Datenbank zum Einsatz:

Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit sollte es sein, die unterschiedlichen divergenten gesellschaftlichen Entwicklungen unter Berücksichtigung der Theorie der Schweigespirale zu untersuchen eruieren. Vor dem Hintergrund der bestehenden gegenwärtiger Forschung entwickelte sich sei die zentrale Fragestellung der Studie induziert:“

Ich habe lediglich profan klingende Wörter in die Synonym-Datenbank eingegeben und mir fancy Wörter herausgepickt.

Dabei habe ich es natürlich bewusst übertrieben. Ich hoffe das Prinzip wird klar.

Schreiben ist ein Puzzle-Spiel #5

Wenn du Bildungssprache lernen und deinen Ausdruck generell etwas aufbessern möchtest, dann begreife den Schreibprozess als Puzzle. Kein außerordentlicher Roman, Zeitungsartikel oder wissenschaftliche Arbeit entsteht ohne Vorbereitung und System.

Ein bisschen Nachdenken und dann einen herausragenden Satz nach dem anderen aus dem Ärmel schütteln – das können nur die Wenigsten.

Sammle also so viele Tools und Bausteine wie möglich. Lege sie dir zurecht und erschaffe daraus etwas, das dir durch reines Überlegen nicht gelungen wäre.

Das Tolle daran ist, dass die Ausdrücke und Vokabeln dir niemand mehr nehmen kann. Hast du sie einmal in dein Repertoire mit aufgenommen, wirst du sie immer wieder verwenden können.

Nicht übertreiben (Bonus-Tipp)

Zu guter Letzt möchte ich dir zusätzlich den Rat geben, es nicht zu übertreiben.

Ja, es kann tatsächlich uncool sein, Bildungssprache zu verwenden. 

Sprache, die denn Sinn eines Textes verschleiert, ist unschön zu lesen. Ich bin selbst nicht der größte Fan von Fremdwörtern und Schachtelsätzen. Ich favorisiere eher den englischsprachigen Stil mit kurzen Sätzen und simpler Sprache.

Doch habe ich festgestellt, dass die deutsche Sprache eine Angeber-Sprache ist. Wer protzt, gewinnt. Leider.

Was bei der Findung der richtigen Balance hilft: Rufe dir den Adressaten deines Textes vor Augen. Mit welcher Sprache kannst du ihn „abholen“? Deiner wissenschaftlichen Arbeit hilft es ungemein weiter, wenn du (fach-)sprachliches Geschick beweisen kannst.

Verwendest du sonntags auf dem Fußballplatz Begriffe wie „induziert“ oder „gegenwärtig“, dann rasselst du schonmal schnell in die Bande.

Aber mal im Ernst, warum ist Kollegah so erfolgreich?

Leute möchten da abgeholt werden, wo sie stehen. Auch sprachlich. 

Wenn du jetzt noch ein wenig Starthilfe für deine wissenschaftliche Arbeit benötigst, dann habe noch ein PDF für dich, das du dir gratis herunterladen kannst:

Die 30 besten Formulierungen für eine aufsehenerregende Einleitung

Zusammenfassung

So kannst du in 5 Schritten Bildungssprache lernen und integrierst systematisch entsprechende Wörter in deine Texte:

  • Lies so viel wie möglich.
  • Überspringe niemals ein Wort, das du nicht kennst.
  • Nutze deine Wort-Sammlung während des Schreib-Prozesses
  • Gehe die Sprache an wie ein Puzzle
  • Übertreibe es nicht mit der Bildungssprache, sondern beachte den Kontext

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