Besser Lernen

Klausur nicht bestanden? Diese 3 Sofort-Maßnahmen solltest du jetzt ergreifen

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Du hast eine Klausur nicht bestanden und zweifelst nun an deinem Können, dem System Uni oder der Integrität deines Profs?

Keine Panik.

Durchfallen gehört zum Studium wie verkochtes Gemüse in der Mensa. Auch ich bin schon mal durch eine Klausur gefallen. Und ich bin ehrlich zu dir: Ich war geschockt. Ich hatte alles nach bestem Gewissen gelernt und hatte keinen blassen Schimmer, was ich beim nächsten Mal anders machen sollte, um zu bestehen.

Es ging nicht von heute auf morgen, aber ich habe mich nach diesem Erlebnis mehr damit beschäftigt, wie man Lernen lernt. Und heute weiß ich auch, wie ich besser mental reagiere, wenn ich Rückschläge hinnehmen muss. Und das passiert gar nicht so selten!

Damit auch du aus deinem Klausur-Desaster möglichst viel Lernen kannst und natürlich beim nächsten Mal locker über die Ziellinie galoppierst, habe ich in diesem Artikel 3 wirkungsvolle Sofort-Maßnahmen für dich. Setze sie augenblicklich ein und du wirst den Schock nicht nur verdauen, sondern gestärkt daraus hervorgehen.

Nicht bestanden, durchgefallen, abgelehnt – Was nun?

Im meinem Job als Doktorand schreibe ich jede Menge Forschungsartikel. Wie in einer Abschlussarbeit muss ich mir Story und Kontext, Methode und Forschungsdesign ausdenken und dann nach Möglichkeit etwas herausfinden, was noch niemand sonst in dieser Form veröffentlicht hat.

Dabei muss ich gegen Doktoranden, Post-Doktoranden und Professoren aus der ganz Welt antreten, um einen begehrten Platz auf einer Konferenz oder in einer Zeitschrift zu ergattern. Das hört sich nicht gerade einfach an. Und das ist es auch nicht. Die Quote meiner Artikel, die zur Veröffentlichung zugelassen werden, liegt vielleicht maximal bei 30%.

Alles andere wird mit oft niederschmetternden Kommentaren in seine Einzelteile zerlegt und in der Luft zerrissen. Als mir das zum ersten Mal passiert ist, war ich sehr enttäuscht. Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass das Scheitern zum Prozess dazugehört. Und dann habe ich den Spieß umgedreht.

  • Wusstest du, dass JK Rowling’s Harry Potter von 12 Publishern abgelehnt wurde?
  • Wusstest du, dass Thomas Edison 10.000 fehlerhafte Prototypen entwickelte, bevor Nummer 10.001 die Glühbirne wurde?
  • Wusstest du, dass Bill Gates seine erste Firma komplett an die Wand gefahren hat?

Wie auch ich, wenn ich Rejection E-Mails bekomme, haben all diese Menschen die erste Sofort-Maßnahme ergriffen.

Nutze die Macht der Gegenwart #1

In unserer Welt gibt es Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Vergangenheit

Zerbrichst du dir den Kopf darüber, dass du in der Klausur durchgefallen bist, lebst du in der Vergangenheit. Oft wird davon ausgegangen, dass die Vergangenheit bestimmt, wer du heute bist, z.B. in der Psychoanalyse nach Freud. Und da ist auch sicherlich etwas dran, denn das Unterbewusstsein, das du nicht kontrollieren kannst, stützt sich auf vergangene Erfahrungen und beeinflußt damit deine Gegenwart.

Für deine jetzige Situation und dein bewusstes Handeln ist die Vergangenheit aber vollkommen irrelevant und kontraproduktiv. Du kennst das bestimmt, dein Gehirn will immer wieder in Vergangenheit zurück, sich Sorgen machen, trauern, und sich vorstellen: Hätte ich mal dies gesagt, hätte ich mal jenes gemacht.

Dabei ist die einzige Frage, die wirklich zählt:

Was muss ich von nun an tun? 

Unser Gehirn zeigt übrigens die gleiche Eigenheit, wenn es um die Zukunft geht. Das ist bei mir auch sehr ausgeprägt. Ich stelle mir dauernd vor, wie mein toll mein Leben zu diesem und jenem Zeitpunkt sein wird und erschaffe damit jede Menge Hoffnung. Und das ist auch gut, denn das auf etwas hinarbeiten gibt dem Studium oder der Arbeit einen Sinn – aber: Wenn ich mich gedanklich nur in der Zukunft bewege, vergesse ich die Gegenwart, die mich dorthin bringt.

Auch hier ist die alles entscheidende Frage:

Was muss ich von nun an tun? 

Falls du in diesen Gedanken weiter einsteigen möchtest, habe ich dir mal zwei wirklich sehr interessante Bücher hier verlinkt:

Eckhart Tolle – Die Kraft der Gegenwart (The Power of Now)*

Ichiro Kishimi & Fumitake Koga – Du musst nicht von allen gemocht werden (Vom Mut, sich nicht zu verbiegen)*

Für die Zeit nach der Nachschreibklausur, versteht sich.

Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, das Scheitern etwas Gutes ist. Natürlich musst du nicht gleich eine Firma and die Wand fahren oder im Gefängnis landen, um aus Fehlern zu lernen. Erlaube dir Fehltritte, um daran zu wachsen.

Es klingt ein bisschen amerikanisch, aber was wenn Scheitern gar kein Misserfolg ist, sondern ein notwendiger Schritt zum Erfolg?

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Hole dir so viel Feedback wie du kriegen kannst #2

Nachdem du dich mental auf die Gegenwart fokussiert hast, musst du nun die Antwort auf die Frage finden. Als kleine Hilfestellung empfehle ich dir zwei Dinge:

Gehe zur Klausureinsicht #1

Damit du analysieren kannst, warum du gescheitert bist, musst du wissen was du falsch gemacht hast. Die Klausureinsicht wahrzunehmen ist dafür ein absolutes Muss. Auch wenn es schmerzt.

Gehe deine Klausur in Ruhe durch und versuche Muster zu erkennen. Worin liegen deine Schwächen?

  • Hast du Schwierigkeiten, eine große Menge an Inhalten auswendig wiederzugeben?
  • Ist es für dich eine Herausforderung, komplexe Begriffe, Themen oder Rechnungen im Detail zu verstehen?
  • Hattest du Zeitprobleme?
  • Wo hat es nicht „Klick“ gemacht?

Detaillierte Strategien, wie du die Klausureinsicht für dich nutzen kannst, findest du auch in meinem Artikel 5 Tipps für die Klausureinsicht – So holst du mehr Punkte!.

Führe Gespräche mit Leuten, die dort waren wo du bist #2

Wenn du die Möglichkeit hast, mit einer Dozentin, einem Tutor oder höherem Semester ein Gespräch zu führen, dann tue das unbedingt. Bei Mitarbeitern kannst dazu die Sprechstunde nutzen oder freundlich per Mail um einen Termin bitten.

Diejenigen werden überrascht sein, dass jemand so die Initiative übernimmt und werden bereitwillig ihr Wissen mit dir teilen, wie du die Nachschreibklausur bestehen kannst. Du könntest sie z.B. folgenden Dinge fragen:

  • Woran bin ich genau gescheitert?
  • Wie hast du/haben Sie damals dieses Thema gelernt?
  • Wie kann ich mich besser vorbereiten?
  • Haben sie Bücher oder andere Ressourcen, die über die Vorlesungsinhalte hinausgehen, die mir beim Verständnis helfen könnten?

Die Nachschreibklausur sollte so schnell wie möglich von statten gehen. Dein größter Feind ist die Angst – und die wird dir sagen: Schiebe die Klausur so weit in die Zukunft wie möglich! Ich möchte nichts damit zu tun haben. Dein zukünftiges Ich ist viel schlauer und besser als jetzt und wird es dann schon schaffen.

Hör‘ nicht auf die Angst.

Niemals.

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Lerne zu lernen #3

Hast du nun deine Schwächen und Problemzonen erkannt, dann fokussiere dich darauf, an ihnen zu arbeiten.

Bitte wende dieses Prinzip nur auf das Lernen für die entsprechende Klausur an. Wenn es um Fähigkeiten im Leben geht, würde ich nicht empfehlen, Schwächen auszugleichen (z.B. Mathe), damit du überall „gleich gut“ bist. Es macht sehr viel mehr Sinn, deine Stärken auszubauen (z.B. Sprache) und darin unschlagbar zu werden.

Arbeite dabei auch an deiner Einstellung dem Thema gegenüber. Der Glaubenssatz: „Ich bin schlecht in Mathe“ hat überhaupt keinen realen Effekt auf deine Leistung. Er ist nichts weiter als ein Faktor, der dich daran hindert, gut zu lernen. „Das schaffe ich sowieso nicht“ geht in die gleiche Richtung.

Klausur nicht bestanden durchgefallen verhauen was jetzt Uni Studium

Du kannst alles lernen, wenn du weißt, wie. In der Schule und im Studium bekommst du jede Menge Inhalte und Wissen vermittelt. Aber hattest du schonmal ein Fach oder eine Vorlesung mit dem Titel „Effektive Lerntechniken“ oder „Einführung in die Selbstorganisation“?

Wohl kaum.

Denn das ist der Teil des Studiums, bei dem du nicht auf das Curriculum zählen kannst. Es liegt in deiner Verantwortung und erfordert deine Initiative, zu lernen wie du am besten lernst.

Da draußen gibt es eine Menge fantastische Autor*Innen wie Vera Birkenbihl oder Cal Newport, die dir zeigen, wie du dein Gehirn dazu bringst, alles zu lernen, was du willst. Und auch auf YouTube gibt es tolle Kanäle wie Thomas Frank im englischsprachigen Raum oder Dr. Daniel Hunold im deutschen.

Wenn du deinen nächsten Lernplan in Angriff nimmst, wird der Mix aus der richtigen Einstellung, effektiven Lerntechniken und dem nötigen Fokus zum Erfolg führen.

Gib solange Gas bis es Klick macht. Und nochmal Klick.

Klick, Klick, Klick – wo bist du, Nachschreibklausur?


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