Motivation

Warum gute Noten im Studium wertlos sind und DIESE Metrik wirklich zählt!

Gute Noten im Studium

Das ist Andi.

Gute Noten im Studium

Andi hat richtig bombastische Noten. Mathe, Statistik und die Einführung in die philosophische Ethik – es gibt keine Klausur, die er ohne Eins vor dem Komma abschließt. Und dafür tut er ganz schön viel, versteh mich nicht falsch. Er büffelt und büffelt und opfert so manches Handballtraining, um seinen Notendurchschnitt bis ins Ziel zu bringen.

Andi ist auch so ein netter Typ. Obwohl er ein ziemlicher Überflieger ist, bleibt er auf dem Boden. Doch abends, wenn er allein im Bett liegt, reibt sich Andi schon die Hände – Was für eine Karriere wohl auf ihn wartet? Geld, Ansehen und Selbstverwirklichung?

Auf der baden-würtembergischen Karriere-Messe präsentiert vom regional ansässigen Rolladenkastenmotorhersteller wurden ihm reihenweise Visitenkarten zugesteckt. Unternehmensberater mit 6-stelligem Gehalt, sagten sie. Das wär’s!

18 Monate später hat Andi seinen Bachelor in der Tasche. Aber Andi ist noch immer bodenständig. Und zwar weil er kopfüber zurück auf den harten Boden der Tatsachen schlug. Seine Bewerbungsgespräche liefen alles andere als gut. Seine Wunsch-Jobs wurden ihm vor der Nase weggeschnappt, es hatte immer knapp nicht gereicht.

Dann bekam er einen Job in einer mittelständischen Beratungsfirma in einer Stadt, über die er früher vor seinen Freunden Witze gemacht hatte. Das Geld stimmt, ein Privatleben hat er nicht mehr. „Naja“, sagte ihm letztens ein 37-jähriger Arbeitskollege, „wenn du hier nach oben willst, musst du eben 2-3 Jahre Scheisse fressen.“

Nach dem fünften 12-Stunden-Tag in Folge liegt Andi wieder in seinem Bett. „Verdammt“, denkt er, „hätte ich im Studium doch mal mehr auf diese eine Sache geachtet…Wie konnte das passieren“

Die Story von Andi ist natürlich reichlich überspitzt und etwas zynisch. Aber damit du in deinem Studium größtenteils die richtigen Entscheidungen triffst und nicht wie Andi die schmerzhafte Erfahrung machen musst, das Noten nicht alles sind, dann gib mir noch 5 Minuten deiner wertvollen Zeit.

Ich möchte ich dich in diesem Video dazu inspirieren, auf 3 besondere Metriken in deinem Studium zu achten, die weit wichtiger sind als Noten. Wenn du in diesen 3 Bereichen Fortschritte verzeichnen kannst, weißt du, dass du goldrichtig auf dem Weg in Richtung einer steilen und erfüllten Karriere bist – egal ob als Lehrer, Unternehmensberaterin, selbstständigem Mediengestalter oder als Luft- und Raumfahrtingenieurin.

Career Capital #1

Der Begriff Career Capital ist ein Sammelbegriff für deine Fähigkeiten, Kontakte und sonstigen Qualifikationen. Auf wen dieser Begriff genau zurückgeht, konnte ich nicht herausfinden. Ich kenne ihn aus der Forschung der Londoner Karriere-Beratungsfirma 80,000 Hours und dem 2012 erschienenen Buch „So good they can’t ignore you“ von Cal Newport.

Mein Argument ist Folgendes:

Um nach dem Studium erfolgreich zu sein, musst du Erfolg erstmal für dich definieren.

Eine steile Firmenkarriere, Unternehmertum, Aufträge als Freelance mit eingebauter Weltreise und Familiengründung – persönlicher Erfolg kann viele Facetten haben.

Aber: Für ALLE Erfolgsdefinition gilt: Sie setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen.

Nehmen wir mal Andi als Beispiel. Andi hat seine gesamte Energie darin investiert, im Studium Bestnoten zu erreichen. Gleichzeitig hat er eine hochdotierte Anstellung bei einer renommierten Unternehmensberatung als persönlichen Erfolg definiert.  Um in diesem Bereich erfolgreich zu sein, sind jedoch mehrere Faktoren vonnöten:

Bestnoten Branchen-spezifische Fähigkeiten Vitamin B Mindset Resilienz
1/1 0,5/1 0/1 0/1 0,5/1

Wie wir in der Tabelle sehen können, hat sich Andi während seines Studiums nur in punkto Noten auf seinen Erfolg vorbereitet. Da sein Studium nicht gerade einfach war, konnte er einige (aber nicht alle) notwendigen Fähigkeiten und etwas Resilienz entwickeln, die im Beruf eines Unternehmensberaters gefragt sind.

Die Mitbewerber auf seine Wunsch-Jobs konnten zwar mit seinen Bestnoten nicht mithalten, konnten sich dafür aber mit besseren Fähigkeiten, Vitamin B und dem richtigen Mindset im Bewerbungsprozess gegen ihn durchsetzen. Von seinen Bestnoten konnte Andi also nur zu einem gewissen Grad profitieren, da Bestnoten im Einstellungsprozess eben nur zu einem gewissen Grad berücksichtigt werden.

Hätte Andi Erfolg für sich ganz anders definiert, kämen hier entsprechend andere Faktoren ins Spiel. Hätte er erfolgreicher Unternehmer werden wollen, dann hätten ihm noch nicht einmal die Bestnoten etwas genützt. Dafür hätte er beispielsweise neben Fähigkeiten, Mindset und Resilienz einen Schuss Risiko-Aversion und etwas monetäres Kapital gebraucht.

Halten wir also fest:

Definiere, was für dich Erfolg ist. Richte dein Studium nach den Career-Capital-Faktoren aus, die dafür notwendig sind und sammle so viel wie möglich davon ein.

Reflexionsfähigkeit #2

Andi ist ziemlich intelligent und zielorientiert. Aber warum hat Andi dann nicht frühzeitig die Weichen so gestellt, dass er seine Energie im Studium gleichmäßiger auf die Faktoren, die er später brauchen würde, aufgeteilt hat?

Der Grund dafür: Andi war sich dessen nicht bewusst.

Andi’s wichtigste Erkenntnis nach seinem bösen Erwachen war: Intelligenz und Bewusstsein sind zwei völlig Unterschiedliche Dinge. Das kann ich dir an einem ganz einfachen Beispiel verdeutlichen:

Einer meiner ehemaligen Informatik-Professoren ist fachlich ein richtiges Brain. Er ist auf seinem Gebiet eine Koryphäe, kann jedes Problem lösen und ist unglaublich schlagfertig in jeder Debatte. Leider war er sehr, sehr übergewichtig und fiel regelmäßig krankheitsbedingt aus, einmal sogar ein ganzes Semester.

Würde man ihm eine Logik-Gleichung vorlegen, in der Gesundheit mit seinem Erfolg als Informatik-Professor korreliert, würde er dieser Gleichung zweifellos zustimmen. Er ist also zweifellos intelligent genug um zu wissen, dass Gesundheit wichtig ist. Aber das Bewusstsein ist nicht groß genug. Solche kognitiven Dissonanzen sind wirklich überall in unserem Leben zu finden, auch bei mir selbst.

Und was hilft dabei, sich bewusster zu werden und die Widersprüche unseres eigenen Denkens und Handels zu reduzieren?

Gute Noten im Studium

Ich glaube, es ist die Fähigkeit zur Reflexion. Ich bekomme das ganz gut hin, indem ich lese. Dabei sauge ich fremde Gedanken auf, gleiche sie mit meinen eigenen ab und reflektiere darauf hin, ob ich meine eigenen Gedanken, Glaubenssätze oder Handlungen anders ausrichten möchte.

Auch habe ich schon diverse Male mit einem täglichen Journal angefangen und es dann nicht durchgezogen. Ich bin davon überzeugt, dass auch diese Praxis unserer Reflexionsfähigkeit steigern kann. Aber scheinbar muss ich mir noch bewusster werden, wie hilfreich es tatsächlich sein kann.

Kontrolle #3

Die dritte Metrik, auf die du im Studium achten solltest, ist Kontrolle.

Der Grund warum ich diese Metrik aufführe, ist etwas wissenschaftlicher. Denn wenn Wissenschaftler Menschen fragen:

„Sagen Sie mal, was macht Sie im Leben und im Beruf eigentlich glücklich?“

Dann sagen die statistisch gemessene Mehrheit der Menschen:

„Freedom of choice.“

Natürlich ist es etwas komplizierter als das, denn eigentlich ist es nur die wahrgenommene Entscheidungsfreiheit, die uns glücklich macht. Dennoch schreibt Paolo Verme im Journal of Economic Behavior and Organization:

„A variable that measures freedom of choice […] is found to predict life satisfaction better than any other known factor such as health, employment, income, marriage or religion, across countries and within countries.“ (Verme 2006, S.1)

Was heißt das nun für die Ausrichtung deines Studiums?

Ich würde Folgendes behaupten:

Je mehr Entscheidungsfreiheit (und demnach Kontrolle) du in deiner beruflichen Laufbahn erlangen kannst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mit deiner beruflichen Situation zufrieden, ja sogar glücklich bist.

Laut Verme kommt es vor allem darauf an, dass die Ergebnisse deiner Handlungen auf internem Antrieb beruhen und nicht abhängig von externen Faktoren sind, du dich sozusagen deinem Schicksal hingibst.

Also, übernimm JETZT die Kontrolle und sorge dafür, dass du immer die größtmögliche Entscheidungsfreiheit behältst. Egal ob im Studium oder danach.

Bestnoten sind gut, aber Kontrolle ist scheinbar noch besser.
Wenn du jetzt auf dem Weg zu Erfolg (Kann auch gute Noten im Studium beinhalten) noch ein wenig Starthilfe für deine wissenschaftliche Arbeit benötigst, dann habe noch ein PDF für dich, das du dir gratis herunterladen kannst:

Die 30 besten Formulierungen für eine aufsehenerregende Einleitung


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