Uni-Hacks

Time Blocking Tutorial: So schaffst du endlich mehr in weniger Zeit

Time Blocking

Kennst du das auch? Du hast den ganzen Tag „lernen“ im Kalender stehen und am Ende warst du 8 Stunden beschäftigt, aber hast nichts geschafft.

Was wäre, wenn du dir deinen Tag so strukturieren könntest, dass du genau weißt, wann du was machst und das auch wirklich durchziehst?

In diesem Beitrag zeige ich dir eine Technik, mit der du endlich Struktur in deinen Tag bekommst: Time Blocking. Eine Methode, mit der du nicht mehr To-Do-Listen hinterherrennst, sondern deine Zeit wirklich im Griff hast.

Inhaltsverzeichnis

#1 Was ist Time Blocking?

Time Blocking heißt nicht einfach nur, bunte Blöcke in den Kalender zu setzen. Du strukturierst deinen Tag in zeitlich definierte Fokusphasen, in denen du genau eine Aufgabe bearbeitest, ohne Ablenkung oder Multitasking.

Dieses Prinzip basiert auf dem psychologischen Konzept der „Monotasking-Effizienz“. Unser Gehirn kann sich besser konzentrieren, wenn wir uns auf genau eine Sache zurzeit fokussieren (Yuan & Zhong, 2024).

Statt nur To-Do-Listen zu schreiben, gibst du deinen Aufgaben einen festen Platz in deinem Tag. Beispiel:

ZeitAufgabe
09:00–10:30Statistik-Zusammenfassung schreiben
10:30–11:00Pause
11:00–12:30Literatur für Hausarbeit recherchieren

Das Ziel: Du bringst Struktur in deinen Arbeitstag, aber ohne ihn zu überplanen. Du weißt immer, was als Nächstes kommt, und das hilft dir, die Dinge auch wirklich zu erledigen.

#2 Warum funktioniert Time Blocking?

Time Blocking basiert auf mehreren psychologischen Prinzipien, die gut erforscht sind:

1. Reduktion von Entscheidungsstress
Jede offene Entscheidung verbraucht kognitive Energie, dieses Phänomen nennt man auch „Decision Fatigue“. Wenn du morgens erst überlegen musst, was du machst, hast du schon Energie verbrannt (Pignatiello et al., 2020). Time Blocking nimmt dir diese Entscheidung ab. Du folgst einfach deinem Plan.

2. Schutz vor Multitasking und Ablenkung
Studien zeigen: Wenn du mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigst oder ständig unterbrochen wirst, sinkt deine Leistung messbar. In einer aktuellen Studie hatten Studienteilnehmerinnen beim Multitasking nicht nur längere Reaktionszeiten und mehr Fehler, sondern fühlten sich auch deutlich gestresster (Yuan & Zhong, 2024). Time Blocking schützt dich davor. Du reduzierst gezielt Kontextwechsel, planst ungestörte Fokusphasen und schaffst optimale Bedingungen für dein Gehirn.

Time Blocking

3. Realistische Zeiteinschätzung
Wir unterschätzen oft, wie lange Aufgaben wirklich dauern, das nennt man Planning Fallacy (Buehler et al., 1994). Du denkst: „In einer Stunde habe ich die Einleitung für meine Hausarbeit geschrieben“ und brauchst am Ende drei Stunden. Time Blocking zwingt dich, realistischer zu planen. Wenn du jeder Aufgabe ein Zeitfenster gibst, entwickelst du mit der Zeit ein besseres Gefühl dafür, was du in 60, 90 oder 120 Minuten wirklich schaffen kannst.

4. Höheres Commitment
To-Do-Listen sind nett, aber du kannst sie jederzeit ignorieren. Du hast kein klares Zeitfenster, keinen Startpunkt. Time Blocking erhöht die Verbindlichkeit. Wenn du dir z. B. Montag von 10:00–12:00 Uhr blockst mit dem Titel „Einleitung Hausarbeit schreiben“, dann gibst du dieser Aufgabe einen festen Raum wie einem Uni-Seminar. Du verabredest dich mit dir selbst. Studien zeigen: Durch gezieltes „Pre-Commitment“ steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass du eine Aufgabe auch wirklich erledigst (Ariely & Wertenbroch, 2002). Statt „Ich müsste mal wieder was machen“, heißt es jetzt: „Ich habe um zehn einen Block für meine Hausarbeit. Punkt.“ Und wenn du das ein paar Mal durchziehst, entsteht eine richtige Routine.

#3 Voraussetzungen für gutes Time Blocking

Viele scheitern nicht an der Methode, sondern an der Vorbereitung. Damit Time Blocking funktioniert, brauchst du:

1. Klarheit über deine Aufgaben
Nicht „Hausarbeit schreiben“, sondern: Thema eingrenzen, Literatur suchen, Gliederung entwerfen, schreiben, überarbeiten. Zerlege große Aufgaben in konkrete Schritte.

2. Gefühl für deinen realen Zeitbedarf
Beobachte eine Woche lang, wie lange du für bestimmte Aufgaben brauchst. Lernst du 60 Minuten konzentriert oder driftest du nach 20 Minuten ab? Plane lieber mit mehr Puffer.

Time Blocking

3. Flexibles Planungstool
Nutze einen digitalen Kalender wie Google Calendar, Notion oder Motion oder klassisch auf Papier. Die digitale Variante hat klare Vorteile: Du kannst Blöcke verschieben, wiederverwenden und Erinnerungen setzen. Aber Achtung: Zu viel Flexibilität kann auch zum Problem werden. Wenn du Blöcke ständig verschiebst, verlierst du die Verbindlichkeit dir selbst gegenüber. Deshalb: Verschieben ist erlaubt, aber bewusst. Frag dich: „Würde ich diesen Termin auch absagen, wenn es ein Gruppentreffen oder ein Seminar wäre?“

4. Tägliche Reflexion
Wer produktiver werden will, braucht nicht nur Planung, sondern auch Rückblick. Denn ohne Reflexion tappst du jede Woche in dieselben Fallen: zu eng geplant, Aufgaben unterschätzt, Zeit verplempert. Was lief gut? Wo hast du dich verschätzt? Ein kurzer Tagesrückblick (dauert keine 2 Minuten) hilft dir, deine Planung realistischer zu machen.

#4 Deep Dive: So blockst du deinen Tag richtig

Jetzt wird’s konkret!

Schritt 1: Wöchentliche Übersicht
Bevor du wild Blöcke planst, brauchst du erstmal einen Überblick. Nimm dir am Wochenende 20 Minuten und trag alle festen Termine ein: Vorlesungen, Seminare, Nebenjob, Sport, Arzttermine. Alles, was fix ist, kommt zuerst, darum herum planst du den Rest.
Am besten digital, z. B. mit Google Calendar, so siehst du deine Lücken sofort.

Time Blocking

Schritt 2: Setze klare Prioritäten
Was bringt dich diese Woche wirklich weiter? Hausarbeit? Prüfungsvorbereitung? Referat? Nutze eine einfache Prioritätenstruktur:

• A-Aufgaben: Wichtig & dringend → müssen diese Woche passieren

• B-Aufgaben: Wichtig, aber nicht dringend → einplanen, bevor sie A werden

• C-Aufgaben: Nett, aber nicht wichtig → streichen oder ans Ende legen

Beispiel A-Aufgabe: Hausarbeit abgeben in 3 Tagen

Beispiel C-Aufgabe: Studygram auf Instagram durchscrollen, um „Motivation“ zu holen

Schritt 3: Plane Fokusblöcke für A- und B-Aufgaben
Jetzt verteilst du die wichtigen Aufgaben in deinem Kalender. Wichtig: Keine unrealistisch großen Blöcke. Vier Stunden konzentriert lernen? Funktioniert selten. Nutze stattdessen Fokusblöcke von 60–90 Minuten: Deep Work ohne WhatsApp, E-Mail oder Ablenkung.

Tipp: Leg Fokusblöcke in deine biologisch produktivste Zeit, bei vielen ist das der Morgen, bei manchen der Abend. Beispiel:

Montag, 9–10:30 Uhr: „Statistik lernen: Kapitel 3“

Dienstag, 11–12:30 Uhr: „Recherche für Hausarbeit“

Du möchtest professionelles Training für deine Abschlussarbeit?

Dann nimm jetzt Teil an meinem neuen online CRASH-KURS! (100% kostenlos)

(und erfahre die 8 Geheimnisse einer 1,0 Abschlussarbeit)

Hier mehr erfahren!

Schritt 5: Baue Pausen und Puffer bewusst ein

Time Blocking heißt nicht: jede Minute verplanen.
Du brauchst Regeneration, sonst hältst du den schönsten Plan nicht durch.

  • Nach jeder Fokusphase: 10–15 Minuten Pause
  • Nach zwei Blöcken: 30–60 Minuten echte Erholung und weg vom Schreibtisch
  • Täglich 30–60 Minuten Pufferzeit einplanen

Ziel: Du bleibst flexibel, ohne deinen Plan über den Haufen zu werfen.

Wenn mal nicht alles klappt wie geplant, kein Problem.
Gerade am Anfang kannst du den Zeitbedarf oft noch nicht gut einschätzen.
Verschiebe verpasste Blöcke bewusst auf andere Slots. Nicht, weil du keine Lust hast, sondern weil du deinen Plan neu priorisierst.
So bleibst du flexibel und trotzdem konsequent.

Beispiel:

ZeitAufgabe
08:30–10:00Deep Work: Statistik lernen
10:00–10:30Pause
10:30–12:00Deep Work: Hausarbeit schreiben
12:00–13:00Pause
13:00–14:00Orga & Kommunikation
14:00–15:30Seminar
16:00–17:00Sport & Freizeit

Tipp: Wenn du die Basics beherrschst, kannst du dein System erweitern zum Beispiel durch Thementage. 

Dabei gibst du einzelnen Wochentagen feste Schwerpunkte:

  • Montag = Schreibtag
  • Dienstag = Lesetag
  • Mittwoch = Gruppenarbeit

So musst du weniger zwischen verschiedenen Denkaufgaben hin und her springen, was deinen Fokus stärkt und Energie spart.

Quellen:

Ariely, D., & Wertenbroch, K. (2002). Procrastination, deadlines, and performance: Self-control by precommitment. Psychological science, 13(3), 219-224.

Buehler, R., Griffin, D., & Ross, M. (1994). Exploring the“ planning fallacy“: Why people underestimate their task completion times. Journal of personality and social psychology, 67(3), 366.

Pignatiello, G. A., Martin, R. J., & Hickman Jr, R. L. (2020). Decision fatigue: A conceptual analysis. Journal of health psychology, 25(1), 123-135.

Yuan, X., & Zhong, L. (2024). Effects of multitasking and task interruptions on task performance and cognitive load: considering the moderating role of individual resilience. Current Psychology, 43(28), 23892-23902.

Wenn du auf dem Weg zu mehr Erfolg im Studium noch ein wenig Starthilfe für deine wissenschaftliche Arbeit benötigst, dann habe noch ein PDF für dich, das du dir gratis herunterladen kannst:

Die 30 besten Formulierungen für eine aufsehenerregende Einleitung


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert