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Pomodoro Technik | Die Geheimwaffe für Lernerfolg und Zeitmanagement?

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Die sagenumwobene Pomodoro Technik geistert nicht erst seit gestern durch YouTube, diverse Blogs und Zeitmanagement-Seminare. Falls du sie jedoch noch nicht kennst – prima!

Denn hier bekommst du eine superschnelle Einführung in die Pomodoro Technik und mit welchen Hilfsmitteln du sie umsetzt.

Und falls du die Pomodoro Technik schon kennst und verwendest, dann solltest auch du unbedingt dranbleiben. Denn oftmals wird die Pomodoro Technik als Allheilmittel für alle Lernsituationen versprochen – ohne dabei die Anforderungen an unterschiedliche Formen des Lernens zu berücksichtigen.

Aus diesem Grund möchte ich dir im Anschluss an die Einführung 3 Empfehlungen mit auf den Weg geben, in welchen Lernsituationen du die Pomodoro Technik anwenden und wann du sie lieber meiden solltest. Denn in einem bestimmten Fall kann sie sogar ziemlich kontraproduktiv sein.
Also schnapp dir eine Bruschetta-Schnitte, lehn dich zurück und erweitere deine Werkzeugkiste für die nächste Lernphase!

Einführung in die Pomodoro Technik

Der Erfinder der Pomodoro Technik hört auf den Namen Francesco Cirillo und ist Italiener, wie man am Namen erkennen kann. Um für sein Studium zu lernen, stellte er sich seine kleine Küchenuhr, die wie eine Tomate (Pomodoro) designed war, auf 25 Minuten. Nach 25 Minuten konzentriertem Lernen legte er eine 5-minütige Pause ein und wiederholte dann das Ganze.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Sein exaktes Vorgehen schrieb er in 6 Schritten nieder:

  1. Entscheide dich für eine Aufgabe, die erledigt werden soll
  2. Stelle deinen Timer auf 25 Minuten (=1 Pomodoro)
  3. Arbeite an der Aufgabe
  4. Beende deine Arbeit nach dem Klingeln des Timers und male einen großen Haken auf ein Blatt Papier
  5. Hast du weniger als 4 Haken auf deinem Papier, mache 3-5 Minuten Pause und gehe dann wieder zu Schritt 2.
  6. Mache eine längere Pause (ca. 30 Minuten) nach vier Pomodoros. Setzte deine Haken auf Null und beginne wieder bei Schritt 1.

Oftmals wird die Pomodoro Technik etwas vereinfach dargestellt: „Lerne 25 Minuten und mache 5 Minuten Pause“. Ja, das ist selbstverständlich die Grundidee, allerdings sind das Tracking des Fortschritts und die Planung der Arbeitsschritte ebenfalls elementare Bestandteile der Pomodoro Technik.

Besonderheiten

Bei der Technik geht es auch darum, deinen Fortschritt festzuhalten und ein befriedigendes Gefühl zu bekommen, etwas geschafft zu haben. Das Buchführen der einzelnen Einheiten macht nicht nur Spaß, sondern signalisiert deinem Gehirn, weiterhin motiviert an der Aufgabe dranzubleiben.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Apps oder YouTube-Videos, die einen Pomodoro-Timer nachahmen. Die ursprüngliche Technik jedoch sah vor, unbedingt einen mechanischen Timer zu verwenden (Also so etwas wie eine Eier-Uhr). Der Grund dafür sei, dass das Ticken der Eier-Uhr und das schrille Klingeln des Timers dich physisch triggern und dich auf „Arbeitsmodus“ konditionieren.

Probier einfach aus, was besser für dich klappt – Digital oder analog.

Erweiterung

Möchtest du die Pomodoro Technik wirklich perfektionieren, dann kannst du dein 25-Minuten Pomodoro noch weiter aufteilen. Verwende die ersten 3-5 Minuten für die Planung deiner Arbeit und die letzten 3-5 Minuten für ein Review.

  • Was hat gut geklappt?
  • Welche Inhalte habe ich verstanden, welche nicht?
  • Wie soll mein nächstes 25-Minuten Pomodoro aussehen?

Außerdem kannst du tracken, wie viele Pomodoros du benötigst, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Nehmen wir an, deine zu lernende Skript-Zusammenfassung umfasst 10 Seiten. Aus deiner Beobachtung stellt sich heraus, dass du dafür ziemlich genau 3 Pomodoros benötigst. Mit diesem Wissen kannst du deine Lern-Sessions beim nächsten Mal besser planen.

Nachdem du nun weißt, wie die Technik im Einzelnen funktioniert, hier meine 3 Empfehlungen, wie du die Pomodoro Technik im Studium gezielt einsetzen kannst (und an welcher Stelle lieber nicht).

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Pomodoro Technik für schnelles auswendig lernen #1

Wiederholungs-Sessions von Skripten oder Zusammenfassungen sind wie gemacht für die Pomodoro Technik. In meinem Artikel zum schnellen Auswendiglernen habe ich dir bereits den „Spacing Effekt“ vorgestellt. Dieser bestimmt die Maßzahlen für dein Zeitmanagement über Tage und Wochen. Die Pomodoro Technik regelt das Zeitmanagement der Wiederholungs-Session an einem Tag.

Kombinierst du also diese beiden Ansätze, dann brauchst du dir für deine nächste Klausur mal gar keine Sorgen mehr machen.

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Konditionierung für hartnäckigen Lernstoff #2

Die Pomodoro Technik ist meiner Ansicht nach besonders hilfreich, wenn du dich durch große Mengen an Stoff wühlen musst. Wenn ein Thema mal nicht so spannend ist (das soll ja vorkommen…), dann zieht dich die Pomodoro Technik durch den Stoff wie ein Traktor.

Ein 25-Minuten Pomodoro schaffst du locker. Und in den 5 Minuten Pause belohnst du dich. War gar nicht so schlimm, oder?

Dann geht ja wohl noch eins. Was sind schon 25 Minuten? Danach kannst du immer noch aufhören. Aber ein dritter Haken in deinem Lerntagebuch wäre ja auch schön, schließlich hattest du gestern auch schon 3. Weiter geht’s… Und ehe du es dir versiehst, hast du mehrere Stunden effektiv gelernt.

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Pomodoro & Wissensarbeit: Leider nein, leider gar nicht #3

Nun besteht dein Studium aber nicht nur aus Auswendiglernen. Das hoffe ich zumindest. Literatur recherchieren, Präsentationen vorbereiten, und vor allem die Textproduktion sind Teile deiner Arbeit.

Und für diese Wissensarbeit ist die Pomodoro Technik ein echter Qualitäts-Killer. Zwar könntest du es schaffen, längere Zeit dabei zu bleiben, allerdings sind die Unterbrechungen das Schlimmste, was du deiner Produktivität in diesem Bereich antun kannst.

Um eine kognitiv anspruchsvolle Aufgabe zu erledigen, brauchst du circa 30 Minuten, um in einen Flow-Zustand zu kommen. Das kennst du bestimmt. Dieser Zustand ist erreicht, wenn die Worte einfach so fließen und du nicht mehr groß nachdenken musst. Du bist in deiner Tätigkeit wie auf Autopilot.

Wenn du jetzt die Pomodoro Technik anwendest, dann unterbrichst du deine Arbeit genau dann, wenn du gerade in den Flow eintauchst. Nach einer Unterbrechung, auch wenn sie nur 5 Minuten dauert, braucht dein Gehirn wieder eine neue Anlaufzeit, um sich in die Aufgabe hineinzudenken. Und Zack – schon bist du wieder raus.

Für echte Wissensarbeit, also Deep Work, wie der Autor und Uni-Prof Cal Newport sie nennt, brauchst du möglichst lange Phasen der ununterbrochenen Konzentration. Nur dann kannst du den entscheidenden Vorstoß schaffen, anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen.

Nach meiner Erfahrung sind deshalb 90-Minuten Blöcke am besten für Wissensarbeit geeignet. Länger als diese Zeit kann man sich auch nicht am Stück konzentrieren. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, dann checke auch mal meinen Artikel zur Deep Work ab.

Fazit

Halten wir also fest: Die Pomodoro Technik ist ein super Zeitmanagement-Werkzeug für Wiederholungs-Sessions von sperrigem Lernstoff. Sie hält deine Motivation hoch und führt dazu, dass du länger effektiv lernst.

Für Wissensarbeit ist die Pomodoro Technik jedoch gänzlich ungeeignet und kann deinen Fortschritt sogar gefährden. Schreib mir gern mal in die Kommentare, wie du darüber denkst und welche Erfahrungen du machen konntest.


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